CHRISTIAN „THE STYLEOGRAPH“

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Paris, London, Mailand – Christian ist ständig unterwegs, um die Mode der Metropolen einzufangen und diese anschließend der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Dabei trifft er unter anderem auf die eine oder andere Berühmtheit in der Modebranche. Wir haben ihn getroffen, um ihm persönliche Fragen zu seiner Arbeit zu stellen.

 

bild 1 Anna dello Russo & Giovanna Battaglia after Viktor & Rolf, Paris Fashion Week

 

Was sind deine Erwartungen an das Leben?“

 

Diese Frage stellte sich Christian im letzten Semester seines Arbeitsmanagementstudiums während eines Auslandspraktikums in Schweden. Ursprünglich hatte er das Studium mit der Vorstellung begonnen, eines Tages Menschen in Not helfen zu können, die keine Arbeit finden. Der Gedanke an eine Zukunft in der angestrebten Branche ließen ihn jedoch daran zweifeln, dort die Anerkennung und Erfüllung zu finden, die er sich wünschte.

 

Anstatt dessen wollte er die drei großen Leidenschaften seines Lebens vereinen und leben: Die Fotografie, die Interaktion mit Menschen und das Reisen.

 

GAFFER: Wie waren deine Anfänge als „Styleograph“?

 

CHRISTIAN: Zuerst fotografierte ich einfach Menschen auf der Straße. Schließlich war ich in Schweden und eine Freundin, die ich einmal auf der Straße fotografiert hatte, nahm mich mit auf eine Fashionparty. Da wurde mir bewusst, dass die Mode der richtige Fokus für mein Ziel sein könnte. Anschließend begann ich meine Website http://www.thestyleograph.com aufzubauen.

bild 2

GAFFER: Was können wir uns unter deiner Arbeit vorstellen?

 

CHRISTIAN: Ich spreche Leute an und frage sie, ob ich sie fotografieren kann. Dann lade ich die Fotos auf Facebook und meiner Seite hoch. Mittlerweile fotografiere ich außerdem für verschiedene Modeunternehmen.

 

GAFFER: Zum Beispiel?

 

CHRISTIAN: Beispielsweise für Zalando, Who What Wear, Refinery29 und Grazia.

 

bild 3  Christians Bilder in der französischen Grazia

 

GAFFER: Wie hast du es geschafft, bekannt zu werden und von deiner Arbeit leben zu können? Hat deine Seite viele Klicks?

 

CHRISTIAN: Die Leute, die ich fotografiere pushen mich z.B. durch das Teilen der Bilder auf Facebook. Die Klicks würde ich als durchschnittlich betrachten. Diese sind jedoch auch nicht ausschlaggebend für meine Arbeit. Es ist nicht wichtig, wie viele Menschen meine Fotos sehen, sondern welche.

 

GAFFER: Hast du jemals Fotografieunterricht gehabt?

CHRISTIAN: Nein. Ich denke auch nicht, dass so was wichtig ist. Wichtig ist, ein Gespür und ein Gefühl zu haben für das, was ich mache.

 

GAFFER: Was macht deine Fotografie aus?

 

CHRISTIAN: Ich möchte den Betrachter verführen. Es geht um ein Gefühl, das meine Bilder auslösen sollen. Ich fange Momente ein und lege Wert auf Natürlichkeit.

 

GAFFER: Was macht die Faszination deiner Beschäftigung aus?

 

CHRISTIAN: Es sind die Bekanntschaften und die Geschichten der Personen, die mich faszinieren. Ich lege keinen großen Wert auf Trends. Meine Fotos sollen Charakter haben. Neulich habe ich beispielsweise eine alte Dame in Barcelona fotografiert, die ich einfach sehr charismatisch fand. Es ist spannend, was Menschen über Mode kommunizieren. Trends sind schnell und unterstützen ein ständiges Konsumverhalten. Ich sehe es nicht als meine Aufgabe, das zu unterstützen.

 

bild 4  Carrer de Cervantes – Señora Corredor, BCN

 

GAFFER: Wie stehst du im Allgemeinen zur Modebranche?

CHRISTIAN: Ich sehe sie eher als eine Art Modezirkus, den ich betrachte und an dessen Rand ich agiere. Fashionparties langweilen mich. Die Leute sind teilweise sehr unentspannt und nehmen sich sehr wichtig. Es ist ein Showbusiness, was sehr schnelllebig und hektisch ist. Natürlich treffe ich aber auch sehr viele interessante Menschen aus der Branche.

 

GAFFER: Hast du deine Erfüllung gefunden?

 

CHRISTIAN: Ich denke, die meisten Menschen wissen gar nicht, was es bedeutet, „Erfüllung“ in seiner Tätigkeit zu finden. Sie wissen nicht, was sie glücklich macht und wie sie das mit ihrem Talent verbinden können. Dies liegt z.B. an unserem Schulsystem, in dem wir alle irgendwie standardisiert werden. Es ist nicht notwendig, studiert zu haben, sondern durchaus möglich, nach Leidenschaft zu leben und sich danach zu orientieren. Es ist wichtig, Passion für das zu haben, was man macht und zu erkennen, was die eigenen Ressourcen sind. Ich kann sagen, dass ich meine Erfüllung gefunden habe!

 

 

 

 

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