Das neue alte Kunstgewerbemuseum

berlin

KGM_neu_963x311_02Staatliche Museen zu Berlin

Seit dem 22. November stehen die Türen des Kunstgewerbemuseums wieder offen für alle, die interessiert an den Meisterleistungen europäischer Entwurfs- und Objektkunst vom Mittelalter bis zur Gegenwart sind. Die lange Sanierungszeit wurde genutzt, um dem nicht gerade einladenden Gebäude etwas mehr Charme zu geben, die Sammlungen neu zu sortieren und auf Originale aus erster Herstellung zu beschränken. Diese strickte Aussortierung stieß bereits im Vorfeld auf nicht viel Begeisterung, da nun viele Ausstellungsstücke verbannt wurden – und das fällt auf.

Doch zuerst zu der neuen Dauerausstellung für Mode. Etwas in dieser Art hat in Berlin bislang gefehlt; einen Blick durch die Epochen der Zeit und wie sie die Mode geprägt und verändert haben. Im Erdgeschoss gelangt man durch eine Tür in einen schwarzen Gang, der einen zu großen Glasvitrinen mit den beleuchteten Exponaten führt. Der Besucher kommt sich ein wenig vor wie bei einem nächtlichen Schaufensterbummel, bei dem er durch die Zeit reist. Viel Text ist in den Räumen nicht zu finden, die Kleidung spricht für sich und schafft die Atmosphere. Neben Reifröcken und anderen zeitgemäßen Modeaccessoires stehen auch weltberühmte Designerstücke von Chanel oder Dior und auch Schuhe und Taschen werden gezeigt.

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Trotz der umfangreichen Umbauten und der wirklich gelungenen Modeausstellung muss ich als Besucher sagen, dass das Kunstgewerbemuseum nach wie vor keines meiner Lieblingsmuseen wird. Die neue Designausstellung wirkt etwas fehl am Platz und so ganz anders als der Rest des Museums, das nun nach dem Umbau noch verschachtelter und unübersichtlicher geworden ist. Man stellt sich zu oft die Frage „War ich hier schon?“ und findet schwer die Zusammenhänge in der Unterteilung der Ausstellung. Beispielsweise wurden neue „Ecken“ geschaffen für passende Ergänzungen im Bereich Mode zu den jeweiligen Zeitepochen. Doch warum sind diese Stücke nicht direkt in die Modeausstellung gekommen? So wirken sie recht deplatziert und durch ihre wesentlich aufwendigere Präsentation irgendwie eigenartig vordergründig. Der Funke will einfach nicht überspringen.

Einen Besuch ist das Museum natürlich trotzdem wert, allein schon um sich eine eigene Meinung zu bilden und die Modeausstellung anzusehen und sich inspirieren zu lassen.

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