Obrigado, Porto!

travel

Als noch sonnenausgehungerte, mäkelige Berliner kommen wir nach knappen zwei Stunden Flug in Portugal an. Doch als wir aus dem Flieger steigen und mit einer warmen Brise um die Nase über das sonnige Rollfeld laufen, bessert sich unsere Laune schlagartig. Ein kleines Loblied an die Stadt, die uns ein paar Tage den stressigen Alltag vergessen ließ.

Wenn man durch Porto wandert, sind das Erste, was einem auffällt, die mit bunten Fliesen gekachelten Fassaden der häufig unbewohnten, schon ziemlich heruntergekommenen Häuser. Man erkennt, die „Hauptstadt des Nordens“, wie sie auch genannt wird, muss einmal sehr prunkvoll und wohlhabend gewesen sein. Nicht umsonst wurde dessen Altstadt 1996 zum UNESCO Weltkulturerbe erklärt. Doch inzwischen stehen 20 Prozent der städtischen Wohnfläche leer, weil kein Geld vorhanden ist, sie aufwendig zu restaurieren. Das Zweite, das einem auffällt: Die Stadt büßt dadurch nichts von ihrem Charme ein. Ganz im Gegenteil, die einzigartige Mischung aus lebendigem, portugiesischen Flair und verblichenem Glanz vergangener Zeiten gepaart mit der Herzlichkeit ihrer Bewohner macht den Besuch dieser am malerischen Douro gelegenen Stadt zu einer wunderschönen Erfahrung.

porto-3

Hier ein paar Tipps, falls ihr einen Abstecher nach Porto plant:

Keep the tradition

Der Markt Bolhao ist der Älteste noch aktive Markt Portos. Er mag schon bessere Zeiten gesehen haben, ist mit seinen verwinkelten Gassen und alten Marktladies aber immernoch sehr sehenswert!

Was kann man kaufen? Obst, Gemüse, Fisch, frisches Brot, Haushaltswaren & kleine portugiesische Mitbringsel

U-Bahnstation: Bolhao, direkt an der großen Einkaufsstraße Rua Santa Catarina

porto-4

porto-5

Essen ist auch eine Sehenswürdigkeit!

Ich habe festgestellt: Die Portugiesen essen wahnsinnig viel Fleisch und Brot. An dieser Stelle ist einmal das Nationalgericht Portos, das Francesinha, zu googeln. Wem das nicht ganz koscher aussieht, hier gab es noch anderes tolles Essen:

Vicios de Mesa“

Rua Passos Manuel 178

Sehr hip, ein bisschen wie portugiesisches Kreuzberg. Leckerer Mittagstisch, gute Drinks, tolle Aussicht! Manchmal gibt es auch kostenlose, temporäre Ausstellungen in ihren Räumen zu sehen.

porto-2

porto-11

O Cacula“

Praca Carlos Alberto 47

Wahnsinnig leckeres, innovatives Essen, für Porto aber verhältnismäßig teuer. Da ich am Liebsten alles auf der Karte bestellt hätte, waren wir gleich zweimal da. Draußen sitzt man am Besten! Mein Favorit war die Panna Cotta mit Pilzeis und Wildbeerensoße.

Oh, pasteis de nata!

Ein weiteres Highlight waren die kleinen „confeitarias“ an jeder Straßenecke, die einen mit ihren üppigen Auslagen im Fenster hereinlockten. Einfach mal süße Pasteten frühstücken!

Vamos à Praia!

Es gibt direkt in Porto auch einen Stadtstrand (Metosinhos), wir haben es aber vorgezogen ein bisschen aus dem Zentrum zu fahren und es nicht bereut! Die Strände sind wunderschön und waren so gut wie menschenleer, wenn auch der Atlantik immer etwas zu kalt für ausgiebiges Baden ist.

1) Der Strand von Espinho, 20Km südlich von Porto – Gut zu erreichen mit der Regionalbahn von der Station General Torres

2) Sao Pedro da Afurada – nach einer turbulenten Busfahrt aus der Stadt genossen wir den Tag am weißen Sandstrand in diesem kleinen Fischerdörfchen, das zum Kreis Vila Nova de Gaia im Distrikt Porto gehört.

porto-6 porto-7

Vino Vino

Überquert man den Douro über die Ponte Dom Luis I (die Brücke wurde übrigens von einem Schüler Gustave Eiffels gebaut und sieht einer gewissen Pariser Stahlkonstruktion nicht ganz unähnlich), so erreicht man das Porto gegenüber liegende Dörfchen Vila Nova de Gaia. Es ist das Zentrum der Portweinherstellung und beherbergt über 50 Portweinkeller.

Wir waren bei Taylor’s. Für bereits 5 € gab es dort eine 20-minütige, englische Führung durch das Portweinlager mit interessanten Infos über die Produktion und drei Weinproben im schönen Garten mit Blick auf die ganze Stadt. Darf man sich nicht entgehen lassen!

porto-8

porto-1

Abschließend muss noch gesagt werden, dass bequemes Schuhwerk ist in den steilen Kopfsteinpflasterstraßen ein Muss ist! Aber so anstrengend zum Teil die Aufstiege waren, so sehr gefreut hat man sich über so manches unerwartet schönes Fleckchen Portos, das man während seiner Streifzüge durch die Stadt entdeckt hat.

porto-10

porto-12

Also auf, auf, ich wünsche Euch ein schönes Wochenende!

 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s