O S L O

travel

Noch unterkühlter als die Deutschen, sagen mir Freunde, Lonely Planet und Use-It Map. Ich habe Angst. Werde ich eine einsame Woche hier verbringen, ausnahmsweise mal alleine auf Reisen?

Ich schlendere also in einem Tempo von jemanden der weder Ziel noch Zeitdruck hat eine Einkaufsstraße entlang und hege großes Misstrauen gegenüber den Osloern. Doch schnell wird dieses Vorurteil mit Lügen gestraft. Viel mehr als woanders erlebe ich hier ein friedliches Miteinander. Überschminkte Teenager, Hipster, Migranten, Schmalzlockige Schnösel. Alle scheinen sich zu akzeptieren, keine abschätzigen Blicke, kein von oben bis unten gemustere. Immer wieder werde ich in Gespräche verwickelt, Englisch kann hier jeder, Deutsch oft auch. Für mich als wahrscheinlich tatsächlich unterkühlte deutsche Großstädterin ungewohnt und dann einfach nur noch schön.
Aber Oslo ist eben auch ein Dorf. Schon am nächsten Tag begegne ich Menschen zum berühmten zweiten Mal.
Merke: Glaube keinen Vorurteilen, das macht dich selber noch verklemmter als du ohnehin schon bist.
Die zweite große Warnung stellt sich allerdings als wahr heraus: Oslo ist teuer, unverschämt teuer. Seit 2006 hat sie Tokio als teuerste Stadt der Welt Platz 1. abgerungen.
Für Sparfuchs Deutsche auch nicht ganz einfach, aber da die Preise ja in Kronen und nicht in Euro sind, unterdrücke ich das Umrechnen einfach.

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Coffee all day, every day

Die Norweger trinken 9.8 Kilo Kaffee pro Jahr. Wir Deutschen nur 7.1.
Man sieht wenig Starbucks dafür überall eine von drei lokalen Kaffeeketten: Kaffeebrenneriet, Espressohuset und Waynes Coffee. Alle haben bis mindestens 21:00 auf und sind stets gut besucht. Ich könnte nach einem Doubleshot um 20:30 zwar nicht mehr schlafen, aber einem Land in dem nur selten die Sonne scheint, sei es verziehen!

Die schönsten Cafés findet man im Szene-Bezirk Grünerlokka

ZAhlen1 Tim Wendelboe

Zweifacher Barista Weltmeister Tim Wendelboe und sein Kaffeetempel. Rösterei, Barista-Kurse und Espressobar in einem. Man sucht sich die Kaffesorte aus einer Karte aus: von blumig, frisch bis pflaumig, schokoladig ist alles dabei.

Güners gate 1, 0552 Oslo
http://www.timwendelboe.no

Essen – „Einmal Laktose- und Glutenfrei zum mitnehmen bitte!“

Mit Laktose und Gluten haben es die Osloer irgendwie. Überall findet man die Information ob Gluten oder Laktose enthalten ist und auch Nicht-Allergiker scheinen mit Vorliebe „frei-von“-Produkte zu konsumieren. Na gut.
Ansonsten gibt es das klassische Angebot von Burgerläden, Asiaten und erstaunlich viel Mexikanisch. Einige Wohngegenden sind geprägt von authentischen indischen, äthiopischen und türkischen Restaurants.

ZAhlen2  Mathallen

Wer sich nicht entscheiden kann stattet den recht neuen Mathallen einen Besuch ab. Ein Essensmarkt, bei dem man auch schon für 10€ satt werden kann (ja, das ist preiswert in Oslo).
Außerdem gibt es viel zum probieren, wer dreist ist wird also auch für umme satt.
Hier herrscht eine schöne Atmosphäre und es gibt große Gemeinschaftstische auf denen frische Kräuter stehen.

Vulkan 5, 0178 Oslo
http://www.mathallenoslo.no

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Nachtleben – Vorspiel? Nachspiel?

Für so eine kleine Stadt hat Oslo erstaunlich viel zu bieten. Es gibt um die 6 Clubs und viele schöne Bars. Doch auch hier ist das Problem das Geld. Ein Bier kostet gut und gerne mal 8 €, von Cocktails ganz zu schweigen. Doch Not macht bekanntlich erfinderisch, bevor die Osloer ausgehen trifft man sich zum sogenannten Vorspiel (=Vortrinken). Ich konnte leider nicht herausfinden wie es zu diesem deutschen Namen aus anderem Zusammenhang kommt.
Viel interessanter allerdings ist das Nachspiel. Schön blöd wenn man gerade in die Musik vertieft auf der Tanzfläche steht und Punkt drei das Licht angeht. Doch auf einmal strömen von allen Seiten Leute auf einen ein und laden einem zum Nachspiel ein. Gut wenn man da weiß was gemeint ist: Nachtrinken, Nachfeiern, Nachglühen. Ein junger Herr hat sogar eine Dachterrasse zu bieten. Leider nein, ich muss in zwei Stunden am Flughafen sein.

ZAhlen3 Jaeger

Wir kommen aus Berlin und man sollte keine Vergleiche anstellen. Ja, hier läuft auch R’n’B und der DJ brüllt auch mal irgendwas ins Mikro und auf einmal gibt es ein spontanes Dance Battle. Auf dem Electro Floor tummeln sich nur die super Alternativen und man hat Platz bis zum umfallen. Spaß hat man trotzdem oder gerade.

Grensen 9, 0159 Oslo
http://www.jaegeroslo.no

Konsum – Günstiges Design a la Vitra

Der nordische Stil. Ob Mode, Interior oder auch Musik. Die minimalistischen Skandinavier haben es drauf. Hier ist dieser Stil so omnipräsent, dass einem langweilig davon wird. Hallo Normcore. Aber das weiß in Berlin ja keiner. Also rein in die Einkaufstüten mit den kupfernen Kerzenständern und anderem viel zu schönen Krims Krams.
Grünerlokka ist voll von Vintage / Secondhand Shops, ganz und gar nicht minimalistisch und hier tatsächlich ein selten gesehener Stil.

ZAhlen Norway Designs

Um dir einen Überblick über norwegische Designer jeglicher Profession zu verschaffen bist du hier genau richtig. Viel Minimalismus aber auch viel totes Rentier.

Stortingsgt. 28. 0161 Oslo
http://www.norwaydesign.no

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Kultur – Von Munch bis Hirst

Auch hier hat Oslo für eine kleine Stadt sehr viel zu bieten. Es gibt viele Museen, ein Viertel voll mit Galerien, Nationaltheater und eine schon rein architektonisch beeindruckende Oper. Wahrscheinlich hat man das auch dem Klima zu verdanken. Und natürlich den großen aus Norwegen stammenden Künstlern, wovon der bekanntese Edvard Munch sein dürfte, dessen berühmter Schrei im Nationalmuseum zu betrachten ist.
Und das Beste: für Designstudenten ist der Eintritt in allen Museen und Galerien kostenlos, das gilt selbst für große Sonderausstellungen über Damien Hirst!

Zahlen5 Tjuvholmen & Akker Brygge

Die Auguststraße von Norwegen. Rund um das Astrup Farnley Museum findet man eine Galerie nach der anderen. Das Viertel ist geprägt von futuristischen Neubauten und liegt direkt am Wasser, also auch zum schlendern eine gute Adresse.

Strandpromenaden 2, 0252 Oslo
http://www.afmuseet.no

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Nordisch by nature

Wer vor Oktober kommt oder extrem Kälte resistent ist hat die Chance die unglaubliche Natur von der Oslo umgeben ist zu besuchen, mit der S-Bahn bis zur Endstation fahren und mitten im Nirgendwo landen. Über nichts reden die Osloer lieber und verliebter als über ihre schönen Landschaften.

ZAhlen6 Marka

Ein großes Waldgebiet das fast ganz Oslo umgibt. Im Sommer kann man in einem der vielen Seen baden. Im Winter Ski laufen.

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Ha det bra! Tschüss!

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