https://instagram.com/dilute_the_power/

#MYLIFEISBETTERTHANYOURS

minds

Nur um das im Vorhinein klarzustellen: ich bin kein Anti-Social-Media-Mensch, nutze Facebook, Instagram, Tumblr, Snapchat, habe auch keine Angst vor dem omnipräsenten Zukunftsboss der meine ach so privaten Bilder sehen könnte. Nein, aber!

Aber, ist das gut so? Warum mache ich das? Verändert mich das?

Ich mache das weil ich gerne Bilder mache, als digitales Tagebuch, um meine Ästhetik zu präsentieren. Bullshit. Ein öffentliches Tagebuch?
Ich mache das um gesehen zu werden, zur Selbstinszenierung. Ich setze mich und mein Leben in Szene, in eine Szene die ich bestimme, in der ich gesehen werden will. In eine besonders gute Szene. Und jedes Like ist eine Bestätigung.
Aber ist es das? Ist es nicht eher ein „Hallo, hier bin ich, ich hab dein Foto geliked, likest du jetzt meins?“
Es ist egal was es ist, es ist gefährlich. Und gefährliche Dinge machen ja bekanntlich am meisten Spaß. So wie man früher vor der Clique genüsslich an einer Zigarette zog, sich aber am liebsten übergeben hätte. Und dann macht es süchtig.
Das Problem ist der Gruppenzwang. Man fängt an sich zu vergleichen. Wie viele Follower hat der, warum hab ich nicht so eine schöne Wohnung, nicht so einen flachen Bauch, nicht so einen tollen Freund, warum kann ich nicht so gut kochen, warum geh ich nicht jeden morgen joggen, warum?
Aber anders als in einer Clique kann man nicht auch einen Blick hinter die Kulissen werfen und feststellen das es da auch weniger perfekte Dinge gibt. Das man mit dem Freund auch streitet, dass das Joggen die Ausnahme und nicht die Regel ist, das das Essen auch mal aus der Tiefkühltruhe kommt und der Bauch nur nach der Magendarmgrippe so flach war.
Und die Clique hat zu viele Mitglieder.

Heute wissen wir wie das mit dem Gruppenzwang funktioniert, können uns schützen, sind erwachsen genug um zu spüren wann man an seine Grenzen stößt.
Aber was ist mit den Menschen die das nicht können, die gerade ihre erste Zigarette rauchen und sich am liebsten übergeben würden. Die sind 12, 13, 14 und werden süchtig. Erklären 10K zu ihrem offiziellen Lebensziel. Und werden viel zu früh Erwachsen. Instagram-Erwachsen. Sie wissen was man tragen, haben, tun muss um in der Instawelt zu bestehen. Und dann sind sie 18, 19, 20 und haben 20K und sind trotzdem nicht glücklich. Auch wenn ihr Instagram Profil etwas anderes zeigt. Stellen fest, dass das gar nicht die Realität ist. Und das sie gar nicht mehr wissen wie das mit den Followern in der Realität funktioniert.
Natürlich trifft das alles nicht auf jeden Account, jedes Bild zu. Es gibt solche die auf Missstände aufmerksam machen, solche die bewusst die unperfekte Seite des Lebens zeigen, ironische, lustige, informative.

Das Model Essena O’Neill ist das aktuellste Beispiel. Sie hat öffentlich gemacht wie viel ihr von Marken für ein vorgetäuscht privates Foto gezahlt wurde, dafür das sie ein Produkt dieser Marke darauf trug u.ä. Sie erklärt außerdem wie krank und depressiv sie Social Media ihrer Meinung nach gemacht hat.

#thinkaboutit

When Instagram gives you extra followers #InstaFamous

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Quelle Titelbild: https://instagram.com/dilute_the_power/

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