Auf der Spur der BlockMaster

berlin, events, professionals

Im fiebrigen Boulderwahn quer durch Berlin im Sinne des BerlinBlockMasters 2015

Die berliner Boulderszene begibt sich auf Wanderschaft. Die Luft ist durchzogen von Nebelschwaden Chalk. Gespannt werden noch nicht ausprobierte Boulderhallen in Augenschein genommen, und man erkennt die Teilnehmer an der Qualifikationsrunde des BBM schnell an ihrem suchendem Blick, welcher mich an Ostern erinnert. Nur dass hier keine Ostereier sondern die Wettkampfsboulder gesucht werden. Hat man diese gefunden, ist nicht gleich wie beim Osterei die Freude da, sondern wird ersteinmal konzentriert mit Spannung im Körper der Boulder mit den Augen abgetastet. Was erwartet mich? Sind das Moves ,die mir liegen? Wie sind meine Chancen auf einen Flash? Was wird die crux sein? Falls Einige von euch sich noch fragen wovon ich überhaupt rede. Hier eine kleine Begriffserklärung:

Bouldern ( boulder engl. „Felsblock“): Klettern ohne Seil in Absprunghöhe

Boulder-Routen-Kennzeichnung: Meist wird die Route durch eine durchgehende Grifffarbe gekennzeichnet, welche auch meist über den Schwierigkeitsgrad Aufschluss gibt.

Startgriffe: sind gekennzeichnete Griffe, welche beim starten als erstes festgehalten werden müssen.

Top: Ende der Route, mit kontrolliertem berühren beider Hände des Tops, gilt der Boulder als geschafft

Flash: als Flash gilt ein Boulder, wenn er gleich beim ersten Versuch durchgestiegen wird.

Chalk:  Dieses auch als „Magnesia alba“ (weißes Magnesia) bezeichnete Pulver ist hygroskopisch, nimmt also gerne Feuchtigkeit auf. Beim Klettern bewirkt es, dass die vom Handschweiß feuchten Finger trocknen.

Crux: Schlüsselstelle, schwerste Einzelstelle einer Boulderroute

Anlässlich des BerlinBlockMasters haben sich 6 Boulderhallen in der ganzen Stadt zusammengeschlossen und insgesamt 166 Boulder geschraubt. 6 Wochen lang konnte man diese in den Hallen klettern und in eine Onlineticklist eintragen, in welcher man dann auch die Boulderhalle seiner Wahl vertritt. Denn zum Finale treten 6 Teams aus jeder Halle mit den drei besten Frauen und Männern gegeneinander an. Wir haben vom Wettkampfsrausch gekostet und einige Qualifikationsboulder im Ostbloc und Berta Block ausprobiert.

Ostbloc ist für Htw- Studenten in ca. 15 Minuten mit den Fahrrad zu erreichen und eine angenehme, zugleich aufregende Abwechslung zum Studium.png

Dieser Grüne hat es uns angetan. Für mich ist dieser Boulder mit einer heftig dynamischen Bewegung verbunden. Entgegen dessen nähert sich  Daniel statisch  langsam aber sicher dem Top.

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Auch unser spontan zusammengefundenes Team 2 lässt sich vom Blockmasterfieber anstecken. Dominik und Luis schlagen sich gut und schnell vergesse ich,dass dies erst zu Luis 2ten Mal bouldern zählt.

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Dynamische Züge oder gar Sprünge, welche mir schwer fallen, scheinen den Jungs im Blut zu liegen (oder in ihrer sportliche Vorgeschichte?).

Manchmal ist der Weg das Ziel und letztendlich sind unsere Lieblinge, die Boulder,welcher noch einiger Übung bedürfen.

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Auf gehts zur Berta! Hier durchlaufen wir gespannt drei Hallen und sind sofort verliebt in die rosa leuchtenden  BBM Boulder.

berta pinkynochmals neu

Irgendwie scheint es hier  von Sprüngen meiner tiefsten Alpträume nur so zu wimmeln. Luis und Dominik sind umso mehr begeistert. Anfangs vergesse ich mich aufs fotografieren zu konzentrieren, da ihre ersten mutigen Versuche so abseits eines Gelingens scheinen. Doch dann …

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Der letzte Raum scheint der härteste und doch atmeberaubendste zu sein. Ein fast die ganze Halle ausfüllendes Dach über einem Mattenberg lässt ein jedem das Herz höher schlagen ( ob vor Freude oder gar Angst..).

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Die Boulder sind im Dach schon als Kletterroute gekennzeichnet, da diese die Länge eines typischen Boulder überschreiten.

Gegen die Angst gibt es noch ein letztes Mittel, auf das gern zurückgegriffen wird. Das „Spotten“ ist auch oft aus Sicherheitsgründen von Nöten. So stellt sich derjenige, der dich spottet mit ausgestreckten Armen hinter dich, um deinen Sturz gut lenken und abfangen zu können. Es geht nicht darum, dass dieser dich auffängt.

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Susanne, durfte ich bei ihrem starken Versuch fotografieren. Aufgrund ihrer Größe ist ihre Technik umso ausgefeilter. Luis umschreibt es ganz wunderbar: “ eine mega Spagattechnik! „.

Bei manch einem bleibt vielleicht immernoch die Frage offen: Warum sollte man überhaupt in der Halle bouldern? Um im Sommer dann fit für die schönsten Boulderspots der Welt zu sein!

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Laura Governi in Sardinien beim Deep Water Soloing ( hier dient das tiefe Wasser als riesige „Bouldermatte“).

 

Wer auf den Geschmack gekommen ist sollte unbedingt nicht das Finale der BerlinBlockMasters 2015 am kommenden Samstag (21.11.2015) 19 uhr verpassen! Bis Sonntag kann man noch in allen Hallen die Qualifikationsboulder ausprobieren.

https://www.berlinblockmasters.com/

http://www.ostbloc.de/

http://www.bertablock.de/

 

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