Glimpse Clothing- ein außergewöhnliches Label mit einer außergewöhnlichen Mission

fashion & art

Menschenhandel und Zwangsprostitution sind wahrscheinlich nicht gerade die Themen, die man in einem „Fashionblog“ erwartet, aber heute stellen wir ein außergewöhnliches Label vor, dass diesem Problem mit guten Designs und viel Liebe entgegentritt und somit neben einem klaren Statement, ganz praktische Hilfe bietet.

Fakten und Zahlen

Menschenhandel und Zwangsprostitution sind früher wie heute Verbrechen, denen hunderttausende Frauen und auch Männer zum Opfer fallen. Und das keineswegs weit weg in Asien oder Lateinamerika, auch in Ost- und Westeuropa sind die Zahlen erschreckend hoch.

Von ihren eigenen Familien an Menschenhändler verkauft, durch falsche Versprechungen in die Fremde gelockt, getrieben von Armut und der Hoffnung auf ein besseres Leben geraten meist junge Frauen und Mädchen in die Zwangsprostitution- weltweit und tagtäglich.

Laut einer Erhebung des BKA waren im Jahr 2013 542 Menschen von Menschenhandel zum Zweck der sexuellen Ausbeutung betroffen. Die tatsächliche Zahl liegt schätzungsweise jedoch bei mehreren Zehntausend pro Jahr – und das nur in Deutschland.

Wenn wir nach Indien schauen, liegt die offizielle Zahl bei rund 900.000 unfreiwillig Prostituierten (wobei auch hier die tatsächliche Zahl mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit höher liegt). Mindestens ein Drittel davon sind noch minderjährig.

Frauen

Mit Mode gegen Menschenhandel und Zwangsprostitution

Nachdem die Stuttgarter Teresa Göppel, Nathalie und Simon Schaller persönlich mit diesem Thema in Berührung gekommen waren, setzen sie 2012 eine außergewöhnliche Idee in die Tat um: Sie gründeten ihr Modelabel und humanitäres Projekt Glimpse Clothing. Unter dem Motto „Liebe kann man nicht kaufen. Aber tragen.“ haben sie sich zum Ziel gesetzt, ehemaligen Zwangsprostituierten in Indien zu helfen, indem sie ihnen eine professionelle Ausbildung, langfristig eine Beschäftigung und somit eine Perspektive anbieten.

hand

Wenn es indischen Organisationen in Zusammenarbeit mit der Polizei gelingt, junge Mädchen und Frauen aus den Händen von Zuhältern und Menschenhändlern zu befreien, werden sie zunächst in speziellen Nachsorgeeinrichtungen untergebracht, wo sie physisch und psychisch betreut werden. Wenn sie diese jedoch nach einiger Zeit wieder verlassen müssen, fehlt ihnen meist jegliche Perspektive. Sie haben oft nie gelernt auf eigenen Beinen zu stehen, können weder Lesen, Rechnen oder Schreiben, haben keine Ausbildung, keine Freunde, keine Familie, kein Zuhause. Die traurige Wahrheit ist, dass viele die Verzweiflung, Angst und Drogensucht wieder dahin treiben, wo sie hergekommen sind.

Glimpse Clothing möchte es nicht so weit kommen lassen und betreibt zusammen mit befreundeten Partnerorganisationen in Mumbai eine Nähwerkstatt, in der den jungen Frauen in einem liebevollen, geschütztem Umfeld eine professionelle Ausbildung zur Näherin angeboten wird. Sie erhalten Schulunterricht und konkrete Hilfestellungen im Alltag, fairen Lohn, ein sicheres Umfeld und somit die Möglichkeit und die Hoffnung, ihr Leben selbst in Angriff zu nehmen und zu gestalten.

„Liebe, so sollen sie während der Ausbildung erfahren, ist nichts, wofür man sich ausziehen muss – sondern kleidet einen am besten, wenn man sie in aufrichtigen Beziehungen erfährt.“

Und währenddessen entstehen in der kleinen Nähwerkstatt in Mumbai die sportlich- eleganten, modern- zurückhaltenden, Modekollektionen des Labels.

glimpse mode

Was so einfach klingt, bringt jedoch immer wieder viele Herausforderungen mit sich. Neben den allgemein bekannten Schwierigkeiten indischer Logistik sind die meisten Frauen schwer traumatisiert und benötigen eine intensive Betreuung. Daher werden Produktion und die Arbeitsbedingungen immer wieder an die individuellen Belastbarkeiten der Frauen angepasst und die Teile deshalb in relativ geringen Stückzahlen produziert.

Das besondere an jedem Kleidungsstück ist ein unverwechselbarer Imprint, einem individuellen Stempel,der jeder einzelnen Frau zugeordnet werden kann. In jedem Teil sind die Stempel aller Mitarbeiterinnen, die an der Produktion mitgewirkt haben. Auf der website www.glimpse-clothing.de findet man die Stempelsymbole zusammen mit einem „glimpse“ in das Leben und die Geschichten der Frauen, die mit diesem Kleidungsstück verbunden sind.

„Ein kleiner Einblick für dich. Und eine große Wertschätzung für die Frauen, die wir dabei unterstützen wollen, das Leben lieben zu lernen.“

Glimpse_Imprint

Zu kaufen gibt es die wundervollen Kleidungsstücke im Glimpse Atelier in München, bei Händlern in Nürnberg, Berlin, Stuttgart, Leipzig, Ulm, Lingen, Essen, Köln Erlangen, Berlin und natürlich online. Mit jedem Kauf des Kleidungsstückes unterstützt ihr die Arbeit der Frauen in Mumbai. Denn die erzielten Einnahmen gehen direkt zurück in die Nähwerkstatt um laufenden Kosten, Schulunterricht und faire Gehälter zu bezahlen. Die Gründer von glimpse arbeiten bis heute ehrenamtlich und sind auf Spenden angewiesen. Weitere Informationen, Online-Shop und die aktuelle Kollektion findet ihr unter www.glimpse-clothing.de

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