WARUM DIE LIEBE EIN ARSCHLOCH IST UND DU SIE TROTZDEM ZUM LEBEN BRAUCHST

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Immer wieder lassen wir uns auf sie ein, haben einen Höhenflug und fallen anschließend ganz, ganz tief. Schlimmer als jede andere Sucht macht sie uns abhängig, raubt unser Gedächtnis und saugt uns aus. Trotzdem bleibt sie Allgegenwärtig, in der Kunst, Literatur und Musik ist sie meist das Thema. Sie macht uns neugierig, ist mystisch, geheimnisvoll und nicht greifbar.

Wenn man als Single eine Datingflaute durchmacht, kommt einem alles langweilig und sinnlos vor. Lernt man dann jemanden kennen, ist es so aufregend, dass man sich wünscht, dass es ganz schnell vorbei geht und wenn man sich dann ein paar Monate in einer Beziehung befindet schleichen sich diese fiesen Zweifel ein- Ob das schon alles ist, etwas fehlt, tut man einander gut oder verpasst man womöglich etwas? Dabei ist uns was ganz Entscheidendes verloren gegangen: Durchhaltevermögen! Es ist egal in welcher Lebenslage man sich gerade befindet, unsere Generation will einfach immer mehr und das so schnell wie möglich, will alles weil fast alles möglich ist, bloß keinen Stillstand. Dabei ist gerade die Liebe ein ganz langer Prozess und eine ewige Baustelle. Doch die Wenigsten trauen sich an dieses Werk ran- wir wollen einfach kein Risiko mehr eingehen.

Gerade Berlin bietet einen bunten Strauß an Charakteren, du kannst dir Zuneigung und Aufmerksamkeit auf verschiedensten Sprachen und Ebenen holen, kannst tindern ohne immer die Gleichen zu treffen, flirten, daten, vögeln und mingeln. Aber wie lange ist das gut für einen? Braucht man dieses ständige Adrenalin? Irgendwann sehnt sich doch jeder nach etwas Stabilität, etwas Ganzem, etwas, das man nur durch Vertrauen zu Zweit erschaffen kann. Der verrückte Sommer in der Großstadt geht irgendwann auch vorbei und wenn sich dann diese unerträgliche Dunkelheit und Kälte des Winters einschleicht, will doch eigentlich jeder gern einen haben, der an seiner Seite ist, mit dem er auch einfach nichts tun kann und es schön ist. Berlin macht es einem da aber nicht gerade einfach mit seiner Schnelllebigkeit. Vieles ist so aufgesetzt, jeder hat ganz besondere Ziele, will anders sein, kulturell, schön, vielseitig aber vor allem: Ganz, ganz frei. Frei von Verpflichtungen, Gefühlen, Ängsten, Komplikationen, Liebe.

Ich würde niemals behaupten, dass die Liebe alles einfacher macht, im Gegenteil, sie macht dich zum absoluten Junkie und sorgt dafür das du nicht mehr Herr deiner Gefühle bist und die wenigsten sind füreinander geschaffen. Wenn du liebst, bist du verletzlich, du machst dich angreifbar und das ist für die meisten ein Zeichen von Schwäche. Es braucht Mut und Geduld, den oder die Richtige zu finden. Der venezianische Schriftsteller Giacomo Girolamo Casanova behauptete, die Liebe bestehe zu dreiviertel aus Neugierde. Vielleicht sollten wir einen Teil unserer Neugierde, die wir für unsere Karriere und Freiheit haben, der Liebe überlassen. Ihr Zeit und Raum geben sich zu entwickeln. Aus Neugierde kann dann Fortschritt werden. Denn eine Beziehung bedeutet keinen Stillstand sondern einen Weg zu ebnen, denn der Weg ins Erwachsenwerden ist schon hart genug, warum ihn dann nicht gemeinsam gehen?

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