Future Legend: David Bowie

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„Future Legend“ der erste Track von David Bowies Album „Diamond Dogs“, welches 1974 die Ohren der Welt zum Klingen brachte. Ob er zu diesem Zeitpunkt wohl schon wusste, dass er bereits zu Lebzeiten noch eine Legende wird? Genauer gesagt eine unerreichte Ikone der Musik-, Kunst-, Mode- und Entertainmentwelt. Außerhalb all dieser Welten war er wohl als David Robert Jones bekannt. Zu seinem Namenspaten machte das Bowie Knife. Ein zweischneidiges Messer welches nach dem amerikanischen Oberst James Bowie benannt wurde, welcher eine wichtge Rolle im texanische Unabhängigkeitskrieg spielte und bei einer Messerstecherei ums Leben kam. Ich meine bereits diese für sich faszinierende Geschichte einer Namensgebung könnte eine Prognose für das alles Kommende sein in einer recht unberechenbaren Welt. Wie ihr es sicher schon vermutet handelt es sich hier um die Hommage an das Leben eines David Bowie, welcher uns vor kurzem verließ. Hoffentlich um nun in anderen Dimensionen eine neue „Space Oddity“ zu verkörpern.

Doch bevor hier alle in einem Fluss aus Tränen ausbrechen, was sicherlich keiner sehen will. Präsentiere ich euch ganz statistisch und mathematisch David Bowie in Zahlen.

Zahlen

David Robert James geboren im Jahr 1947 in Brixton, wurde 69 Jahre alt und verstarb 2016 in New York. Der 178 cm große Musiker veröffentlichte 28 Studioalben und verkaufte im Laufe seines Lebens über 140 Millionen Tonträger. Er verkörperte 29 Rollen in Kinofilme. David Bowie hat zwei Kinder und war auch zweimal verheiratet. Bevor hier nun die Taschenrechner ausgepackt werden um irgendwelche Verschwörungstheorien zu errechnen wechsle ich das Thema, denn David Bowie und Tilda Swinton sind nicht ein und dieselbe Person.

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„I wanted to prove the sustaining power of music.“ Und das tat David Bowie auch. Ohne ausdrücklich ein Rockstar sein zu wollen erfand er quasi den modernen Pop und mit seinen Alben „Space Oddity“, „The Man Who Sold the World“ und „Hunky Dory“ erschuf er den Glam Rock. Musikexperten beschreiben die Musik dieses Allroundtalents als brilliant, vielschichtig, zeitgenössisch und als einen seltenen Glücksfall. David Bowie hat sich mit jedem neuen Album selbst gesucht, durch alle Musikgenres hindurch. Durch eigenwillige Methoden verfasste er beeindruckende und bedeutsame Liedtexte, wie durch das Cut-up-Songwriting. Dabei zerschnitt er Tagebücher und setzte die Worte neu zusammen, was Lyrics wie die von „Life on Mars?“ erklärt, welche eine unglaubliche Eigenart und verrückte Poesie besitzen.

Music

Begründer des Glam Rock

 

1972 performte David Bowie zum ersten Mal als Ziggy Stardust, was ihm zum Durchbruch in England verhalf. Für die nächsten zwei Jahre verkörpert er dieses faszinierende und fremdartige Geschöpf und ist immer dort wo ihn keiner erwartet. Neben Ziggy Stardust erfindet er auch andere Charaktere, aus anderen Welten, welche uns auch heute noch in ihren Bann ziehen. So wie Aladdin Sane, Halloween Jack und The thin white Duke.

Zusammen mit seinen vielen Persönlichkeiten verliert er sich zunehmend im Drogensumpf und kommt für einen kalten Entzug nach Berlin wo er zwischen 1976 und 1978 in der schöneberger Hauptstraße 155 wohnte. Was für eine Idee, da Berlin sich zu dieser Vergangenheit auf einem seiner Höhepunkte in Bezug auf Drogen befand. Deswegen überlassen wir es besser der freien Fantasie und den Halluzinogenen aus welchen Gründen David Bowie Berlin aufsuchte. Nichtsdestotrotz nimmt der blasse Brite in dieser Zeit, musikalisch freier den je, 3 Alben auf. Von den Plattenfirmen wurde diese Musik zerrissen. Beeinflusst von deutschen Bands wie Kraftwerk nahm er Vorreiter der Elekto- und New-Wave-Musik auf, welche sich schließlich 200.000mal verkauften.

Erst in den 80ern stellte sich für David Bowie ein finanzieller und internationaler Erfolg ein, woraus die 90er als seine produktivsten Jahre resultieren. Allgemein gelten David Bowies Aufnahmen heute als zeitlos und machen ihn zu einer unumstrittenen Musikikone.

Von „M“ wie Musik zu „M“ wie Mode. Auch in der Modewelt wurde das Chamäleon der Musik zu einer Ikone. Ob freiwillig oder nicht kann niemand sagen, da Ruhm für ihn stets nur bedeutete immer einen Platz in einem Restaurant zu bekommen. Es sagt von sich, dass er es einfach mochte Leute zu stylen. Eine Offensichtlichkeit wenn man sich seine Kunstfiguren ansieht. Alle wurden sie je nach Inspiration von Image bis Ego ins kleinste Detail durchdacht. Dabei nutzte er geschickt die Macht der Bilder indem er seine extravaganten Looks immer wusste, sie in eine schlichte und skurrile Pose zu setzen. Er war ein Stilgenie und Artdirector, schon lange bevor diese Berufsbezeichnung überhaupt das Licht der Welt erblickte. Schlichtweg ein Avantgardist, dessen Arbeit jedes Jahr seine Anspielung findet und auch kein Jahr ohne das ein Magazin eine Ziggy Stardust Fotostrecke zwischen seine Seiten heften muss.

Mode

Ein Wort, ohne dessen Erwähnung ich diesen Artikel sicherlich nicht veröffentlichen dürfte, da es so stark mit dem Namen David Bowie verschweißt wurde, ist „Androgynie“. Mit dem Album „The Man Who Sold the World“ setzt er sein erstes eindeutiges Zeichen in diese Richtung. Auf dem Cover ist er in deinem Kleid und überlangen Stiefeln zu sehen. Von diesem Zeitpunkt an spielt der Brite mit seinem androgynen Aussehen. Seine damalige Partnerin kleidet sich wie ein Mann und er als Frau, wodurch er bereits damals die Rolle der Frauen in einer männlich dominierten Gesellschaft hinterfragt.

Mit Ziggy Stardust, Aladdin Sane und Co wird Mode für ihn zum Teil immer neuen und sehr sorgfältig inszenierten Welten. Mit jedem neuen Konzeptalbum kommen neue Kostüme. Nun ging es ihm um Fiction und Maskierung um seine Zuschauer in eine andere Welt zu entführen und sie für immer damit zu hypnotisieren. Inspiriert wurde er dabei von allem was ihn faszinierte und das war vor allem Science Fiction. Bowie interessiert sich aber auch für die japanische Avantgarde, welche immer eine Einheit aus Tradition und Zukunft bildete. Bei seinen Recherchen entdeckte er Kenzai Yamamoto, welcher das Alter Ego Aladdin Sane einkleidete. Fasziniert vom traditionellen japanischen Theater, vollzieht David Bowie seine komplette Verwandlung in eine neue Persönlichkeit durch das Auftragen von Make-up. Dank seiner Methodik erschuf das Allroundtalent von Grund auf neue Personen, welche nie wie Drag Queens oder karikaturistisch wirkten.

Alterego

Ziggy Stardust, Aladdin Sane, The Thin White Duke

 

„Tomorrow belongs to those people, who can hear it coming.“ Als seine opulenten Charaktere zu präsent wurden folgte er seinem natürlichen Gespür und tritt plötzlich als komplettes Gegenteil auf. The Thin White Duke. Er gibt sich recht schlicht und zeigt sich in Hemden und trägt Anzüge. Mit seiner Androgynität spielt er weiterhin. Damit beweist er sein eindeutiges Gefühl für den Zeitgeist und nimmt den kommenden Minimalismus voraus. Plötzlich kommt es zur Bowie Mania in der Modewelt und jede Modenschau dieser Zeit weißt Referenzen zu vergangen Bowielooks auf. Er selbst hat auch einen Riecher für junge und talentierte Modedesigner. So entdeckt er in den 70ern Kenzai Yamamote, in den 80ern Thierry Mugler und in der 90ern Alexander McQueen.

Designer

 

David Bowie, was bleibt? Durch sein Talent den Zeitgeist zu ertappen bleibt eine Stimme verbunden mit unzähligen Eindrücken, welche auch noch kommende Generationen beeinflussen und inspirieren wird. Hinter all seinen Masken versteckt hatte er etwas sehr menschliches, fast schon sentimentales und nostalgisches. Immer wieder zitierte er in seinen Werken seine aufregende Vergangenheit und zeigte damit sich selbst. Sein Gesicht zeigte er uns in den unterschiedlichsten Fassetten. So oft, dass es fast schon aufdringlich war. Es mag düster auf uns wirken, aber beim exakten hinsehen ist es genauso mutig. Eine unendliche Quelle an Inspiration. Ein Juwel, welcher reines Licht in seinem gesamten Spektrum zeigt.

David Bowie.

Good bye.

Star

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