Rita in Palma

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Schon während des Modedesign-Studiums an der HTW Berlin war „Rita in Palma“ eine Art Künstlername von Ann-Kathrin Carstensen. Nach dem Studium hat sie sich dann mit diesem Namen selbstständig gemacht, wusste aber noch nicht genau was sie machen wollte.

„Etwas Soziales auf die Beine zu stellen, das war schon immer mein Traum.“ und so kam Ann-Kathrin 2009 auf die Idee mit Häkelt-Accessoires anzubieten. Doch weil sie selbst nicht besonders gut häkeln konnte fiel ihr ein, „dass es doch so viele türkische Frauen in Berlin gibt, die diese Technik von klein auf beherrschen“.

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2010 sollte nun alles in die Tat umgesetzt werden, doch aller Anfang ist bekanntlich schwer. Denn das erste Flugblatt auf Türkisch, das in Neukölln um Näherinnen warb, brachte überhaupt nichts. Also nahm die Designerin direkten Kontakt zu einer Kreuzberber Kieseinrichtung auf, in der sich türkische Frauen zum Häkeln trafen.

„Also am Anfang war da schon eine Menge Skepsis unter den Frauen, bis ich eines Tages meine kleinen Sohn mitgebracht habe und sie gesehen haben, dass ich wie sie bin, auch eine Mutter“.
Und so fingen die ersten Frauen an bei „Rita in Palma“ zu arbeiten. „Und da wir unsere Mitarbeiterinnen gut bezahlen für die schwere Handarbeit, die sie leisten, hat sich das dann schnell rumgesprochen“.

Anfangs gab es noch keine Räumlichkeiten und die Frauen haben von zu Hause aus gearbeitet. „Ich habe ihnen dann immer wieder Besuche abgestattet und einen guten Einblick in Familienstrukturen und Probleme bekommen. Zum Beispiel, warum viele der Frauen schlecht Deutsch sprechen oder selten rauskommen, da lag es mir dann einfach am Herzen mehr für sie zu tun“.

Und so kam es dazu, dass Ann-Kathrin 2012 den Verein Ritas Häkelclub e.V. gründete, mit dem auch eigene Stücke hergestellt werden, dessen Erwerb zu hundert Prozent an die Frauen geht.

In einem Ladenatelier auf dem ehemaligen Flughafengelände Tempelhof finden heute 16 Frauen, die zuvor in den deutschen Alltag kaum integriert und teilweise nie berufstätig waren, eine Bühne für die traditionellen Handarbeiten ihres Herkunftslands. Inzwischen gibt es sogar eine Warteliste von mehr als 50 Handarbeiterinnen, die bei Rita in Palma mitwirken möchten.

„Ich beziehe mein Team in alle Prozesse von der Preiskalkulation bis zum Messeauftritt mit ein“, erzählt Ann-Kathrin Carstensen. Aber auch die Frauen leisten willkommenen Support im Sinne von „Das musst du jetzt einfach mal selbst bestimmen“.
Mittlerweile ist die Solidarität beidseitig und das Verhältnis zu den Frauen sehr freundschaftlich. „Die Frauen helfen mir auf gewisse Weise dabei, Chefin zu werden.“

Für ihre Initiative wurde Ann-Kathrin mit dem Integrationspreis und dem  Sonderpreis von Startsocial, einem Businessplan-Wettbewerb von Angela Merkel ausgezeichnet.

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Die wunderschönen Accessoires mit Namen wie „Zaide“ oder „Birgül“ können auch an immer mehr Standorten, zum Beispiel im KaDeWe oder in der Gallerie La Fayette, aber natürlich auch auf der eigenen Webseite www.rita-in-palma.com bewundert werden.

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