Runway Gaffer # New York

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Ich hoffe keiner hat es verpasst! In der vergangenen Woche ging die New York Fashion Week zu Ende und hat die Modewelt mit neuen Eindrücken überschwemmt. Falls es doch an euch vorübergegangen sein sollte kommt hier nun eine Zusammenfassung der letzten Tage und den sich daraus entwickelnden Trends, vor allem für die kommende Herbst/Winter Saison.

Kick-Off-Kanye

Die New York Herbst Winter Modewoche begann mit einem Event, von welchem man sicher noch lange in dieser von Social Media/Kardashian geprägten Welt sprechen wird. Wobei der Begriff „lange“ an dieser Stelle relativ wird, da bereits bis morgen ein neues Album, ein neuer Twitter Krieg oder ein neuer Schuh „gedropt“ wurde. Kanye Wests Season 3 Kollektion für Yeezy in Zusammenarbeit mit Adidas wurde zu einer Megapräsentation. Genauer gesagt zu Fashion Show/ Performance Art/Album Introduction/Release Concert/Political Comment/Video Game Presentation/Kardashian show off. Das bei solch einer Veranstaltung, welche in Kinos weltweit life übertragen wurde, die Mode in den Hintergrund rücken lässt ist mehr als offensichtlich. Abgesehen von dem Gezappel auf den Tribünen des Madison Square Garden wurde allerdings eine gute Kollektion abgeliefert. Absichtlich zerfetzte Teile, welche von Kritiker in den bisherigen Kollektion als „nicht ernstzunehmend“ abgestempelt waren, wurden auf ein paar wenige Outfits reduziert. Jetzt zeigten sich Kombinationen aus sportlichen Onesies und Bomberjacken in erdigen und natürlichen Farben. Allgemein gilt: Die Welt hat darüber gesprochen also wir hier auch. New York Fashion Week begann mit einer Show und es folgte Fashion.

Diversity

Wenn ein Thema wirklich stark durchgesetzt wurde, dann war es Vielfältigkeit. Und damit meine ich nicht die Kombination von Samt mit Leder sondern die menschliche Vielfalt auf den Laufstegen in New York dieses Jahr. Es begann ganz harmlos als Michael Kors. Er entschied sich für seine Herbst/Winter Kollektion einem jedem Model einen personalisierten Beauty-look zu geben. Von Frisur bis Make-up. Um ehrlich zu sein fällt diese Tatsache einem ungeschulten Auge nicht wirklich auf, ohne von Vogue.com darauf hingewiesen zu werden. Doch wie gesagt bildet dies erst das unschuldige Fundament der Vielfalt. Unzählige Männermodels stolzierten lässig in dieser Saison den Laufsteg auf und ab. Auch einige Transgendermodels präsentierten auserwählte Looks sowohl in den Shows als auch in der Front Row. Der Genderfrage wurde sich definitiv gestellt und das ist nur der Anfang. Das Spektrum erweiterte sich auch in Bezug auf Abstammung und Bodytype der Models, was unglaublich wichtig ist.

Shearling

Seit 10.000 Jahren wird das Schaf domestiziert, doch erst vor ungefähr 3000 Jahren begann man auch die Schafswolle zu verwenden. Eines der daraus entstanden Produkte ist schon seit einiger Zeit immer öfter auf den Straßen vieler Metropolen wieder zu finden. Die Lammfelljacke feierte nun auch auf der New York Fashion Week ein vielfältiges Comeback, da jeder ein Stück ihres künftig finanziellen Erfolges abhaben will. Folglich schickte so ziemlich jeder Designer seine Version der wohlig warmen Jacke auf den Laufsteg.

Baby Goth

Packt die Hochglanzlederstiefel und Nippelpiercings aus: Gothic is back! Ich entschuldige mich bereits an dieser Stelle falls ich mit dieser klischeehaften Beschreibung irgendwelchen Lesern zu nahe trete, aber somit darf auch euer dunkler Lippenstift wieder öfter aufgetragen werden. Bereits nach Rihannas Fenty Puma Show war klar das die dunkle Seite neu erwacht ist. Ohne ein weiteres Klischee anprangern zu wollen muss gesagt werden, dass sich durch fast alle Kollektionen einige außergewöhnliche Outfits aus Leder ziehen. Doch nicht nur dieses von Fetisch behaftete Material weiß auf einen neuen Gothic chic hin. Viele düstere Looks wurden diese Saison auf den Laufstegen präsentiert.

Keep Running

Der Einfluss von Sportswear ist auch dieses Jahr nicht zu übersehen. Alle Designer springen einer nach dem anderen auf diesen Megatrend auf und machen Sportswear immer tragbarer oder Womenswear immer sportlicher. Ein interessanter Trend in einer Zeit in welcher fast jeder, von Medien Beeinflusste, das Bedürfnis verspürt seinen trainierten Körper neben einer Chipstüte auf Instagram zu präsentieren. Aber Spass beiseite. Durch die Globalisierung werden wir täglich mit politischen, wirtschaftlichen und anderweitigen Problemen aus aller Welt konfrontiert. Diese Aufgaben können von Einzelnen nicht bewältigt werden. Dennoch wollen wir glauben auf Zeitgeschehen positiven Einfluss auswirken zu können. Als logische Folge fokussieren wir auf unser eigenes Leben und wollen dort alles richtig machen. Von sozialen Medien geprägt wollen wir unsere gute Ernährung, körperlichen Fortschritte, beruflichen Erfolge und ein weiteres Kind, welches das Licht der Welt erblickt, mit all unseren 10 bekannten Followern teilen, aber natürlich auch mit den restlichen Milliarden unbekannten Nutzern. Folglich lasst uns diesen Trend und seine Auswirkung auf die Mode weiterhin beobachten, denn diese Saison bekommt Sportswear ein elegantes Makeover aus Samt und anderen edlen Stoffen.

 

It´s a man´s world

Und das schon lange nicht mehr. Doch dieses Jahr lässt nicht nur die große menschliche Vielfalt auf der New York Fashionweek die Grenzen der Geschlechter weiterhin verschwimmen. Sehr auffällig ist auch die hohe Bandbreite an Stoffen, welche in der Menswear zuhause sind. Und diese schreien nach Gleichberechtigung auf allen Ebenen. Auch wurden einige sehr männlich anmutende Silhouetten präsentiert um so manch konservativen Geist aufzurütteln.

Mother Earth keeps calling

Farblich zeigte sich New York dieses Frühjahr sehr naturverbunden. Farblich haben erdige Töne ihren großen Auftritt. Die Palette reicht von einem tiefen Braunrot bis hin zum hellen Beige. Aber auch natürliches Grün wurde in viele Kollektionen mit eingebunden.

Minitrends

Slipdress

Designer haben sich scheinbar in das Slipdress verliebt. Auch in der vergangenen Woche gab es wieder unzählige Versionen der 90er Jahre Ikone zu sehen.

See-through

Tiefe Einblicke wurden durch durchsichtige Materialien gewährt. Eine weiter Auswirkung des bereits zuvor beschriebenen Megatrends. Von sehr dezent mit Unterkleid bis hin zum Nippelblitzer.

 

BuzzCutFurCoat

Buzz Cut für die Pelzmäntel. Natürlich ging auch diese New York Fashion Week nicht ohne seine obligatorischen Pelzmäntel vorüber. Für diese Saison mit Kurzhaarschnitt.

Highlights

Calvin Klein: Francisco Costa lehnt sich wieder aus dem Fenster. Der bekannte Minimalist spielt auch in diese Saison wieder mit Gegensätzen und setzt seinen architektonischen Designs maximalistische Prints entgegen.

Proenza Schouler: Das Designer-Duo schnürt seine Models ab und zeigte ein schöne Variation an Kleidern in natürlichen und erdigen Farben.

Marc Jacobs: Er präsentierte das große Finale der Fashion Week und festigt den Glauben an einen aufkommenden Gothiktrend. Seine in schwarz bis grau gekleideten Modelle wirkten auf dem runden und schneeweißen Laufsteg wie ein Reh vor Autoscheinwerfern. Scheinbar aus einem Tim Burton Film entsprungen stolzierte ein Model nach dem anderen in extravagant hohen Schuhen und übergroßen Looks den Fotografen entgegen.

Allgemein muss über die New York Fashion Week gesagt werden das sich etwas im Wandel befindet und es auch an der Zeit ist. Abgesehen von den eben genannten Marken und weiteren Wenigen, wurden keine Waagnisse eingegangen. Der Großteil der New Yorker Label scheint sich für diese Saison auf garantierten finanziellen Erfolgen auszuruhen. Die Welt befindet sich im Wandel und andere Bereiche passen sich stetig an. Niemand erwartet einen totalen Umbruch der Wirtschaft von Null auf Hundert, aber es ist an der Zeit das auch die Modebranche mit Megaevents wie der New York Fashion Week Zeichen setzt und zu einem Vorreiter wird. Mode ist immerhin angewandte Kunst und Kunst bewegt und berührt Menschen. Allerdings kommen solch verschlafene Chancen weniger beobachteten Modewochen zu Gute, wie in Kopenhagen, Kiew oder Sydney.

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