Runway Gaffer # London

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Macht euch eine Tasse Tee. Traditionell Earl Grey, wie die Queen bitte. Ob zuerst Milch und dann der Tee oder umgekehrt bleibt euch selbst überlassen. Im 21 Jahrhundert gibt es wichtigere Fragen, die es zu behandeln gilt. So auch was auf der Herbst Winter Fashion Week in London geschehen ist.

CSM

Nein, bei diesen drei Buchstaben handelt es sich nicht um das Kürzel einer Geschlechtskrankheit. Hier geht es schließlich um Mode. Die Rede ist vom Central Saint Martins College of Art and Design. Die so ziemlich berühmteste Universität der Welt um Modedesign zu studieren. Mit Alumni, wie Alexander McQueen, John Galliano und Riccardo Tisci, ein Leichtes solch einen Ruf zu vertreten und das Namedropping könnte ewig fortgesetzt werden. Aber hier soll es jetzt nicht im die alten Geister gehen, stattdessen um das junge Blut welches durch die Gänge der Universität läuft. Auch diese Saison präsentierten die Absolventen ihre Kollektionen auf der London Fashion Week. Dabei galt ein Modell ist zukunftsweisender als das Andere.

London Hero

Der Bestand an Capes auf den Laufstegen in London sollte scheinbar das Klischee bestätigen, dass in England die Niederschlagswahrscheinlichkeit überdurchschnittlich hoch ist. Von bodenlangen Umhängen bei Alexander McQueen bis hin zu spitz abstehenden Capes für J.W. Anderson. Die Berufsbekleidung für Helden tauchte in unterschiedlichen Farben, Materialien und Längen auf. Folglich gab es ein Kaleidoskop an Variationen. Bis zu einem Punkt an dem ich lieber euch entscheiden lasse, ob es sich um Cape oder Kragen handelt.

Bedazzled

Für diesen Herbst und Winter wurden in London die Accessoires vom menschlichen Körper entfernt und direkt an die Looks verpflanzt, vernäht, gehängt, gepierct, gepinnt, gestanzt und all die anderen Möglichkeiten ausgelotet, welche es Schmuck ermöglichen Outfits zu bereichern, ohne dabei Modelhaut zu belästigen. Dabei waren den kreativen Köpfen keine Grenzen gesetzt. So bepflanzte Christopher Kane seine Models mit gestrickten Blumen und Jonathan Anderson befestigte mit Hilfe von Reißverschlüssen kleine Stoffquadrate auf sportliche Oberteile und Lederwolken setze er auf Röcke. Vom einzelnen Protestbutton, über die gepiercte Knopfleiste, bis hin zum von Schmetterlingen gesäumten Kragen. Hier fand jedes Dekor seinen Platz.

 

Knitting

Packt euer Strickzeug und ab über den Ärmelkanal. Zur London Fashion Week wurde gestrickt was das Garn hält. Und für kommenden Winter hält es sicher warm. Sicherlich, dank einer Vielzahl nun sehr nackter Schafe, wurde es ermöglicht im Bereich des Strickdesigns weiter zu experimentieren. Von grob bis fein gestrickt und oversized bis hin zu scheinbar formanliegend ist alles an Maschen vertreten.

 

Man oh man

Nach New York geht es nun auch in London weniger um die Queen. Geprägt waren viele Kollektionen vom zukünftigen King. England war bereits in den vergangen zwei Jahrhunderten ein Vorreiter und Vertreter der klassischen Garderobe eines Gentleman. Aus dieser einflussreichen Geschichte profitiert nun die zuletzt präsentierte Damenmode aus Großbritannien. Und dies wird sicherlich nicht die letzte Fashion Week sein, auf welcher dieser Trend zu beobachten ist.

 

Sense and Sensibility

Londoner Designer fordern für die kommende Herbst Winter Saison eindeutig unseren Tastsinn heraus. Die unterschiedlichsten Stofflichkeiten lieferten sich vereint in einzelnen Looks einen Showdown auf den Laufstegen. Hin und wieder durchstreiften auch Models den Laufsteg im Patchworkmuster um uns die tatsächliche Vermählung von Materialien zu präsentieren. Eine Gegenreaktion auf den verschwenderischen Lebensstil heute? Das kann uns nur die Zukunft sagen. Doch im unruhigen und jungen London zuerst gesehen.

 

Graphic Pop

Verpixelte Pelzmäntel, Elektroschocker, geflügelte Einhörner und verzauberte Wälder. Walt Disney wäre wohl stolz auf einige der diesjährigen Modelle, welche die poppigsten und ausgefallensten Motive seit langem zur Schau tragen. Englische Mode ist gerne avantgardistisch, was gefällt und gefeiert wird. Vielen Designern ist dieses mit faszinierenden Drucken und Stickereien wieder gelungen. Doch einige Avantgardisten haben sich vielleicht etwas zu weit vom Rand des Möglichen entfernt und sind in einem bunten und glitzernden Graben gefüllt mit Herzen und Schmetterlingen stecken geblieben.

 

Highlights

Alexander McQueen: Zurück zu den Wurzeln hieß es für Sarah Burton und das restliche Team hinter der Marke Alexander McQueen. Die Rückkehr zur London Fashion Week wurde mit einer unheimlich weiblichen Kollektion gefeiert. Zitate vom Herren des Hauses passierten in fein geschneiderten Modellen den Laufsteg. Bestickt mit scheinbar magischen Motiven und durchwachsen von handgemalten Blumen machte das Comeback der Marke perfekt.

 

Christopher Kane: Scheinbar von den mülldurchzogenen Blumenbeeten der Metropolen inspiriert, zeigte Christopher Kane für diese Saison eine interessante Kollektion. Faszinierende Materialien, welche Pappkarton glichen, und Prints von welken Blumen neben blauen Mülltüten. Mit langen Federn und Edelsteinen besetzt wurden die Models wie Stadtpiraten auf den Laufsteg geschickt.

 

Simone Rocha: Sie zeigte auf der London Fashion Week nicht unbedingt etwas Neues im Vergleich zu ihren vorhergegangenen Kollektionen, doch die Kombination von edlen Stoffen in Verbindung mit den dekonstruierten Schnitten machte diese Show wieder einmal zu etwas Besonderen. Wie niemand sonst dechiffrierte sie Materialien der Herrenwelt und dekodierte diese in neue sehr weibliche Modelle.

 

Marques ‘ Almeida: Marta Marques und Paulo Almeida, ein portugiesisches Design Duo, präsentierten ihre bodenständige Mode unbeachtet von Modelmaßen an Freunden und brachten so einen Hauch mehr Diversität in ihre Präsentation. Sie schickten sehr organisch anmutende Straßenlooks auf den Laufsteg. In vibrierenden Farben scheinen die Modelle dem Land entwachsen und bereit für die große Stadt zu sein.

Die London Fashion Week war wieder einmal ein Feuerwerk an jungen und aufstrebenden Designern. Sie dekonstruieren die Grundfeste der Mode und schreiben neue Kapitel, welche großen Einfluss haben und neue Wege beschreiten lassen. England hat ein unglaubliches historisches Repertoire aus dem geschöpft wird und dieses soll auch in Zukunft bereichert werden.

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