NERI OXMAN – EVOLUTION durch DESIGN

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Ein Pavillon, gesponnen von echten Maulbeerspinnern, aus 6,5km Seidenfilament, der als Geburtsort neuer Larven dient, mit denen 150 weitere Pavillons konstruiert werden könnten.

Ein Kleid, dessen Material von der menschlichen Haut inspiriert ist. Anstelle mit Schnittteilen, wird mit einer durchgängigen Struktur gearbeitet, die sich nach Bedarf modifizieren lässt: Luftdurchlässigkeit, Schweißabsorption, Richtung und Elastizität.

 Ein biologisch abbaubares Material, gewonnen aus dem Exoskelett von Insekten und Weichtieren. Chitin könnte Plastik ersetzen und eignet sich darüberhinaus für den 3D-Druck.

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Neri Oxman                             Seidenpavillon, mit Maulbeerspinnern.

 

Dies waren nur drei der zahlreichen Projekte an denen Neri Oxman gearbeitet hat und forscht. So viel Innovation und Effektivität, sowohl technologisch als auch visuell, dass man Gänsehaut bekommt. Scheinbare Problematiken, wie Bläschenbildung, beim 3D-drucken mit Chitin werden elegant gelöst. In diesem Fall mit Photosynthese betreibenden Mikroorganismen, die in den Bläschen platziert werden. Das Endprodukt: ein Plastikersatz mit positivem CO2-Fußabruck. Unglaublich?!

Was wäre eine passende Bezeichnung für Oxmans Arbeit?

Environmental Design mit Hilfe von digitaler Morphogenese würde die meisten ihrer Arbeiten gut beschreiben. Nach Ihren Studien in Medizin, Architektur und Stadtplanung promovierte Oxman und gründete die „Mediated Matter Gruppe“ am MIT Media Lab wo sie als Professorin lehrt. Ihre Arbeit wurde unter anderem im MoMA in New York ausgestellt und mit einigen Design- und Forscherpreisen ausgezeichnet.

Vielleicht lässt sich Oxmans Arbeitsweise und -ziel am besten an einem ihrer aktuellen Projekte erklären.

Die Grundidee: Das Zusammenbringen zweier Organismen, die von Natur aus nicht interagieren würden und sie zu einem nutzbringenden System verschmelzen zu lassen. Gewählt wurden die Cyanobakterie, welche im Meer zu finden ist und die E.coli Bakterie, welche im menschlichen Verdauungstrakt lebt. Während die Cyanobakterie Photosynthese betreibt, wodurch Zucker entsteht, verdaut die E.coli Bakterie diesen Zucker zu Biotreibstoff. Vereint werden die Bakterien in einem schurzähnlichen „Wearable“, das wie der menschliche Darm aufgebaut ist, bloß mit der zehnfachen Länge. Wegen dem benötigten Sonnenlicht für die Photosynthese wird zwischen nicht- und transparentem Material alterniert.

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Digital konstruiertes Wearable, angepasst an den menschlichen Körper.

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Dieses künstliche Verdauungssystem soll in mehr oder weniger ferner Zukunft mit dem menschlichen Organismus verknüpft werden und sogar durch architektonische Lösungen mit der Umwelt interagieren.

Was hierbei zustande kommt ist die Kontrolle über chemische Abläufe anstelle einer Kontrolle über Materialeigenschaften und das bloße Kombinieren derer. Ein „game changer“, der ein präziseres, effektiveres Arbeiten ermöglicht und den Designprozess auf ein völlig neues Level hebt.

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