Rückblick auf den Fashiontalk

berlin, campus, events, Uncategorized
Obwohl ich schon seit fünf Semestern an der HTW studiere, habe ich letzte Woche zum ersten Mal den Fashiontalk besucht. Vorgenommen habe ich es mir schon öfter, aber in der stressigen Phase fällt mir oft immer noch etwas ein, was ich vorher erledigen oder fertignähen muss. In Zukunft möchte ich es aber öfter schaffen, denn es war wirklich interessant und anregend für mich als angehende Designerin. Der Fashiontalk findet meist einmal im Jahr stand und ist eine Podiumsdiskussion über immer wechselnde, kritische Themen der Modebranche.  Dieses Mal stand der Fashiontalk unter dem Topic „How to make sustainable fashion?“

Die Diskussion findet in Halle B am Campus Wilhelminenhof statt. Das Team des Kurses „Modepräsentation“, das im vierten Semester belegt wird, hat den Raum für den Abend vorbereitet:  Stühle sind in Reihe gebracht worden, ein Podest mit zwei Sofas ist aufgestellt und der Beamer wirft eine helle Fläche an eine der Wände. Zur Diskussion geladen sind vier interessante, berufserfahrene Frauen. Neben der Gründerin eines Shops, der sustainable fashion anbietet , auch die  Journalistin und Bloggerin Ellen Koehrer .  Außerdem Sonja Lotz,  die Modedesignerin Kim Pöhland und Helen Gimber, die bei „ clean clothing complain“ ihre Berufung gefunden hat. Moderiert wird die Diskussion von meiner Kommilitonin Aniko, sehr souverän, selbstsicher und in perfektem Englisch. 
 
Während des Fahiontalks wurde ich nachdenklich. Das Dilemma für uns Designer wird sehr deutlich. Auf der einen Seite ist nachhaltige Mode der Trend der Zukunft, eine sehr positive Entwicklung  gegen Ausbeutung  und Umweltverschmutzung.
Auf der anderen Seite stellt sustainable eine sehr große Herausforderung für uns Designer dar und außerdem die Frage, ob wir überhaupt noch gebraucht werden bzw. ob so viele Designer gebraucht werden.
Insgesamt sollten wir aber alle unser Bewusstsein in Bezug auf Kleidung stärken. Brauchen wir wirklich so viel? Ist uns nicht eigentlich klar, dass eine Hose gar nicht 15 Euro kosten kann, wenn die Schneiderin einen halbwegs menschlichen Lohn dafür bekommen hat? 
Die Designerin Kim Pöhler sagte: “ if you buying a shirt for 5€, which is under the value of this shirt, you’re not paying the whole price, someone somewhere is paying for it too“. Das ist wie ein Messerstich ins Herz, aber  nur einen  Moment. Wir versuchen den Gedanken zu verdrängen und schaffen es fast immer erfolgreich. Oft schon nach wenigen Stunden. Es ist auch einfach zu schön, einen Mantel für 20 Euro zu kaufen, der gut aussieht.
Aus diesem Grund muss ein Umdenken stattfinden:  Das Beschäftigen mit Bekleidung und den Umgang mit ihr, gehört in die Schulbildung. Kinder und Jugendliche wissen meist nichts über die schlechten Arbeitsverhältnisse, die verseuchte Erde oder die nicht auf ewig nachwachsenden Ressourcen. Eine Sensibilisierung was Rohstoffe generell angeht, wäre da ein richtiger Schritt und könnte nur Gutes bringen.

 
An diesem Abend vernimmt man viele interessante Sichtweisen, sucht einen Sündenbock für die aktuelle Situation. Die Konzerne? Die Gesellschaft? Letztendlich  ist es ein Kommentar, der mich davon abhält, am nächsten Tag einen verlockend billigen Mantel zu kaufen, denn eine der Damen sagt: „Wir können sehr lange nach dem Schuldigen suchen, doch letztendlich kommt es darauf an,  wieviel Schuld wir auf uns laden und wie wir entscheiden.“  Da hat sie wohl recht.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s