Ins Licht gerückt: Frauen + Kultur + Arbeit

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Spot On: Women + Culture + Work
Eine vergangene Ausstellung im FHXB Friedrichshain-Kreuzberg Museum

„Mit gleichgesinnten Kontakt aufnehmen“ wie Rita Zepf, Textilkünstlerin, eine der 34 in Friedrichshain Kreuzberg lebenden porträtierten Frauen*, in einem der Interviews sagt und natürlich auch um andere Menschen zu erreichen, war der Hauptanlass der Ausstellung „Spot on“.
Vertreten waren in der Galerie des weiteren Schauspielerinnen, Musikerinnen, Museumsmacherinnen, eine Tänzerin, eine Textilkünstlerin, eine Malerin, eine Buchhändlerin und viele weitere Arbeitsfelder aus diversen Kulturbereichen. Jedoch alle mit demselben Wunsch, mit ihren Gedanken nicht alleine sein zu wollen und gehört zu werden. Kreative Arbeit bringt auf Grund schlechter Absicherungen, häufig ein gewisses Risiko mit sich und fordert dadurch eine entschiedene Motivation des jeweiligen Menschen.
Das Verlangen nach Gehör basiert dabei unter anderem auf der Grundlage, dass nach wie vor die Notwendigkeit besteht, Machtverhältnisse zu neutralisieren und der damit einhergehende Wunsch nach einer gleichberechtigten Gesellschaft. Auch das Erfordernis der Frauenquote, eben auch in diesem Bereich, wurde als Voraussetzung einer funktionierenden Gleichbehandlung in der Ausstellung thematisiert.
Die Ausstellung bat genau für diese persönlichen und politischen Wünsche einen Raum.
So bekam jede Frau hier gleichviel Platz für ein je gleichgroßes Foto und gleichviel Platz für ihren eigenen Text, der Einblick in die jeweilige Biographie der Porträtierten gab und je mit einem persönlichen Zitat eingeleitet wurde. Die Fotos waren auf Augenhöhe des Betrachters/ der Betrachterin und in realistischer Größe, so dass eine schnelle Identifizierung ermöglicht wurde.
Durch die farbreduzierte Darstellung der Fotos wurde eine melancholische Stimmung erzeugt, die mittels der plane gehaltene Raumgestaltung zusätzlich in der Wirkung unterstützt wurde und die eigentliche Problematik und damit den Anlass der Ausstellung nicht vergessen lies. Dadurch wurde eine eigene, sehr starke Atmosphäre geschaffen.

Die Ausstellung ist leider schon vorrüber, aber ich habe sie sehr positiv in Erinnerung und im Öffnungszeitraum immer weiterempfehlen können, da es für mich Sinn ergibt solche Räume zur Verfügung zu stellen, um gesehen zu werden und gemeinsam etwas bewegen zu können.
Auf mich selbst hatte die Ausstellung auch eine beeindruckende Wirkung und ich habe mich dort sehr wohlgefühlt. Ich finde es beruhigend auf Menschen zu treffen, die ähnlich denke. Es gibt mir das Gefühl aufgefangen zu werden, sich gegenseitig bestärken zu können und gemeinsam Schritte weiter nach vorne zu kommen. Es ist beruhigend zu wissen, dass es Menschen gibt die sich der Diskriminierung am Arbeitsplatz stellen, sich mit der Problematik auseinander setzen und nicht einfach wegschauen.

Fotos: Ellen Röhner
Interviews und Texte: Sophie Perl, Kerstin Ottersberg, Ulrike Treziak
Eine Ausstellung im Rahmen des EMOP (European Month of Photography) in Deutsch und Englisch
Eintritt: frei
Ein Kooperationsprojekt der Gesellschaft für interregionalen Kulturaustausch e.V., mit dem projektraum alte Feuerwache und dem FHXB Friedrichshain-Kreuzberg Museum.
Gefördert aus Mitteln des Bezirkskulturfonds Friedrichshain-Kreuzberg mit Unterstützung des Vereins zur Erforschung und Darstellung der Geschichte Kreuzbergs e.V.

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