3D-Printing – Podiumsdiskussion im Ahoy! Berlin

Tech & Fashion

Gestern, am 27. April 2018 fand im Ahoy! Berlin, die Veranstaltung Hybrid Innovation – 3D-Printing statt, mit besonderem Bezug auf die Technologie in Mode und Design.

Der Veranstalter war BOLD PUSH, eine junge Kommunikationsagentur, die sich auf Growth Hacking und Marketing spezialisiert hat. Schon beim freundlichen Empfang mit Cocktaileis am Stil und freien Getränken des Sponsors BRLO konnte man direkt mit der Managing Direktorin Guisela Farge ins Gespräch kommen.

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Der Coworking Space ist hell, geräumig und hip. An einem Tisch liegen kleine Modelle die im 3D Drucker entstanden sind und Visitenkarten der Ingenieurin & Designerin Lina Wassong, sowie des Geschäftsführers & Co- Gründers der Firma trinckle, Florian Reichle. In Kürze werden die beiden, sowie ein Spezialist von Zalando ihre Erfahrungen mit der innovativen Technologie mit uns teilen.

Das Publikum besteht zum Großteil aus Studenten und Entrepreneurs. Bei dem moderierten Gespräch kommt natürlich zuerst die Frage, wo stehen wir mit dem 3D-Printing? Es ist eine noch sehr junge Industrie, jedoch eine sehr dynamische, mit ungeheurem Potential. Besonders der Elektronik Sektor investiert stark in die Technologie, die allmählich aus ihren Kinderschuhen herauszuwachsen beginnt. Der Autohersteller BMW beispielsweise lässt bereits kleinere Teile für Interieur mit dem neuen Druckverfahren herstellen. Auch die Marke Adidas ist ganz vorne mit dabei und lässt Teile für Schuhe drucken.

Der wohl größte Vorteil des 3D-Printing ist Customisation, also die individuelle Anpassung je nach Wünschen und Vorstellungen des Kunden. Auch könnten durch die innovative Technologie ganze Arbeitsschritte in dem Herstellungsprozess gekürzt werden. Bei dem herkömmlichen Prototyping wird der Entwurf überwiegend in fernere Länder geschickt, um meist Wochen später erst das Resultat in den Händen zu halten. Bei Änderungen muss der selbe Schritt wiederholt werden. Das 3D-Printing hingegen ist lokal und das Produkt kann direkt bearbeitet, geändert und erneut gedruckt werden. Dies ermöglicht ein völlig neues Arbeiten, wie wir es bisher nur aus futuristischen Filmen kennen. Auch handelt es sich beim Drucken schon lange nicht mehr nur um Plastik. Hochwertige Materialien wie Gold und andere Metalle, Keramik und flexible Substanzen können gedruckt werden. Durch feine Laser Technologie mit immer höherer Resolution.

Doch so gut wie das alles klingt, es müssen noch viele Problematiken gelöst werden. Wir sind noch weit davon entfernt super personalisierte Stücke mit einem Mausklick in unseren Wohnzimmern zu drucken. Da wäre zuerst die komplexe Software, die gelernt sein muss, um das gewünschte Objekt in 3D am Computer zu konstruieren. Online ist eine Vielzahl an kostenlosen Programmen verfügbar und Lina Wassong rät uns: Einfach mal ein paar YouTube Tutorials anschauen! Ansonsten bietet in Berlin beispielsweise der Open Innovative Space Fab Lab Berlin Workshops zu dem Thema an.

Auch das Drucken selbst muss noch optimiert werden. Es ist derzeit langsam und größere komplexe Objekte brauchen bis zu zwei Tage um gedruckt zu werden. Dann sind sie erstmal noch auf dem Untergrund, einer Art Platte „festgedruckt“ und müssen abgeschnitten und fertig gestellt werden. Dieser Schritt ist arbeitsaufwändig und teuer. Doch es gibt bereits Unternehmen wie Shapeways, die 3D Dokumente annehmen, drucken und dem Kunden per Post zukommen lassen.

Und dann ist da noch die große Frage der Nachhaltigkeit. Ein häufig genutztes Material für Prototyping ist PLA – Poly Lactic Acid was aus Stärke von z.B. Mais gewonnen wird. Es ist also theoretisch auf lange Sicht abbaubar, jedoch noch nicht ideal und im Prozess werden zudem andere giftige Substanzen benötigt. Auch fallen bei der Entwicklung eines Produkts einige Prototypen an und somit ein ganzer Haufen Müll.

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Es bleibt also spannend im Bereich des 3D-Printing! Die Möglichkeiten scheinen endlos und mit der rasanten Entwicklung der Technologie wird sich auch in der Mode einiges ändern.

Der Gedanke, dass ich als Designer zukünftig mehr Zeit am Computer als mit Handarbeit verbringen werde, löst bei mir persönlich zwar noch keine Begeisterung aus, doch ich warte ab und will offen bleiben für diese Technik der Zukunft.

 

Ein Bericht von Anna Reincke/ Fotos von Sabrina López Villegas

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