Das war die Neo.Fashion 2019

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Die Neofashion, mit ihrem Konzept abseits aller anderen Shows und dennoch mitten im Zentrum, eröffnete zum ersten Mal im Rahmen der Fashion Week Berlin, mit ihrer Grenzen sprengenden zweistündigen Show, und dies in gleich zwei Durchgängen am Abend. 

Eine außergewöhnliche, noch junge Plattform für 45 auserwählte Bachelor- und Master Graduierte deutscher Hochschulen, darunter die HAW Hamburg, FH Bielefeld, HfK Bremen und HTW Berlin, die als Mitveranstalter in einer Überzahl vertreten war und somit die Hälfte der Show füllte. 

Extrem kreativ, interkulturell und politisch wurden die Abschlusswerke präsentiert, es wurden Geschichten erzählt, musikalische Live Acts involviert und Statements verfasst. 

Außerdem gab es großen Spielraum für die individuelle Installation und Botschaft.

 

Erstes Merkmal, das in fast allen Kollektionen auffiel, waren die Gender übergreifenden asymmetrischen Oversize Kreationen, die sich auch in den androgynen Models widerspiegelte. Von tragbaren, sehr schlichten Entwürfen in dezenten Farben mit viel Bewegungsfreiheit, über maximalen Komfort in tragbaren Kissen oder Kugelzelten hin zu knalligen Farben und provokativen Panel Prints, wie u.a. die Visage von umstrittenen Politikern, die die Irrungen und Wirrungen unserer Zeit demonstrieren.

Mut zu körperbetonten, freizügigen Arbeiten, zeigten erst die Berliner Designer, wie z.B. Myriam Hofmann oder Tatjana Brumund, die mit einer expressionistischen Tanzinszenierung für unerwartete Erfrischung sorgte, womöglich nicht zuletzt inspiriert durch die allgegenwärtige Clubszene in Berlin. 

Denn vor allem bei den Berliner Street Style Kollektionen, konnte man den alltäglichen Einfluss der Metropole wiederfinden, nahezu plakativ konfrontiert wurden die Besucher mit bald schon „denkmalgeschützen“ Mustern aus U-Bahn Sitzbezügen u anderen überspitzten Stereotypen der urbanen Landschaft.

Ein Befreiungsschlag, für die sonst eher dröge und unspektakuläre deutsche Fashion Week, die kaum noch Raum für das provokative Untragbare nutzt, sondern hauptsächlich auf möglichst schnelle und hohe Verkaufszahlen in der kommenden Saison abzielt. 

Auf der Neofashion war spürbar, dass es den meisten Absolventen vor allem darum ging, sich viel mehr dem künstlerischen Ausdruck zu widmen,  als dem kommerziellen Weiterkommen. 

Vielleicht auch deshalb, weil es die letzte Chance war, bevor es darum geht mit dem eigenen Talent und gewonnener Erfahrung, aus der geschützen Utopie einer Hochschule auszutreten und in der Mode Branche Fuß zu fassen.

Die knapp 800 Besucher jedenfalls waren begeistert, die Show ein voller Erfolg und die Tickets restlos ausverkauft, was hoffentlich darauf schließen lässt, dass die Neo im kommenden Jahr wächst, eine noch größere Vernetzungsmöglichkeit bietet  und sich noch mehr Hochschulen in Zukunft beteiligen.

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