Bill Kaulitz launcht seine eigene Kollektion

2019, Launch, professionals, Tokio Hotel

Bill Kaulitz, Sänger und Musiker der Band Tokio Hotel, war schon immer bekannt für seine extravaganten Looks und auffälligen Styles. Jetzt wagt er seine ersten Schritte als Designer mit dem Label Magdeburg – Los Angeles.

Hallo Bill, was bedeutet Mode für dich und wer sind deine modischen Vorbilder?

Mode war immer meine ganz große Leidenschaft neben Musik und immer ein Riesenthema für mich. Ich habe früher sehr viel gezeichnet und entworfen. Leider bin ich ein sehr ungeduldiger Mensch und wenn ich etwas nach einem Tag nicht kann, gebe ich Dinge gerne auf. Deswegen spiele ich auch kein Instrument. Musikalisch sowie modisch fand ich Nena ganz toll, mit ihrem Stirnband und die ersten Konzerte. Zu der Zeit habe ich auch mit dem Singen angefangen. Und Bowie! Labyrinth war der Film, den ich als Kind sehr viel geguckt habe. Der Koboldkönig mit seinem Umhang und dem Stehkragen und die Frisur, das war mein Held.

Und deine Familie hat dich stets bei deinen modischen Reisen unterstützt?

Meine Familie hat mir das sogar gezeigt. Meine Eltern sind beide Künstler und konnten das absolut nachvollziehen. Wir sind total aufgefallen und waren die Exoten. Komischerweise hatte ich bereits als Kind das ausreichende Selbstbewusstsein dafür. Ich denke, dass kommt daher, weil Tom und ich nie alleine waren. Wir haben immer alles zusammen gemacht. Aber natürlich sind wir angeeckt! Dennoch habe ich mir die Freiheit eingefordert, mich anzuziehen, wie ich es wollte und habe das auch genossen mit Mode zu rebellieren. Wir wollten schon auffallen und provozieren damit.

Und wie ist das jetzt bei dir?

Als Sänger hat man ein bisschen Narrenfreiheit in Sachen Mode. Ich habe quasi alle Looks durch. Über mich wurde so viel geschrieben, dass ich mittlerweile modisch so eine Freiheit habe, dass bei mir alles klar geht. Und das genieße ich auch und lebe das total aus. Ich genieße es in die verschiedenen Rollen zu schlüpfen.

Wie würdest du deinen privaten Stil beschreiben?

Ich bin privat eher schicker. Wenn ich weggehe, ziehe ich meistens Hemden an, viel Seide, lange Mäntel. Ich habe privat auch nie hohe Schuhe an. Auf der Bühne mag ich es wiederum exzentrisch und drüber. Da tauche ich in verschiedene Welten ein mit Pailletten oder Raverlooks bis hin zu femininen Looks mit Prints und alles over the top. Diese Looks funktionieren aber nur auf der Bühne mit entsprechendem Licht und der Atmosphäre. Privat setze ich hingegen auf Qualität und das findest du ebenso in günstigeren Sachen. Das muss nicht immer super teuer sein. Aber ich mag auch gerne Vintage einkaufen und lasse die Sachen dann beim Schneider anpassen.

Foto: Dominik Wilzok

Hast du einen Lieblingsdesigner?

Hedi Slimane ist für mich immer der Modegott gewesen. Er hat die ersten Hosen gemacht, die mir gepasst haben. Ich war früher wahnsinnig schlank und ich habe in keine Jeanshose gepasst. Ich musste Mädchensachen kaufen und meine Mama hat mir dann alles abgenäht. Jedes T- Shirt musste sie kleiner machen. Hedi Slimane war der Einzige, der Sachen gemacht hat, die dünnen Jungs gepasst haben, da er immer wahnsinnig dünne Models hatte. Somit waren Dior und Saint Laurent meine absoluten Lieblingsmarken.“

2017 ging das Label Magdeburg – Los Angeles an den Start. Bill wie kam es dazu?

„Es kam dazu, dass ich früher die typischen Merchandise Sachen für Bands doof fand. Das war bei Musikern und Bands super simpel, einfach bloß ein Foto drauf und meistens schlechte Qualität. Inspiriert haben mich dann die Fanartikel von Fußballmanschaften. Die Fansachen sind gut gemacht, siehe Schals und Trikots, mit guter Qualität. Ich dachte mir, das müsste man auch für Bands machen. Also fing ich an, den ersten Hoodie mit toller Qualität zu designen. Ich habe selbstständig die Produzenten gesucht und mich mit denen in Verbindung gesetzt. Und dann verselbstständigte sich das alles von ganz alleine. Angefangen haben wir mit 6 Teilen und mittlerweile entwickelt es sich zu einem eigenen Brand, weg vom üblichen Merchandise.

Für die aktuelle Tour gibt es aufgrund dessen extra Tokio Hotel Merchandise, ganz klassisch mit Bandfotos und Prints. Dieses gibt es ausschließlich auf den Konzerten zu kaufen. Bei MDLA wird zwar noch mit Fanelementen gearbeitet, aber die Grenzen verschwimmen. Wir wollen damit jetzt die Zielgruppe aufbrechen und einfach geile Teile machen, die nicht unbedingt was mit der Band zu tun haben.

Wie würdest du die Sachen von Magdeburg – Los Angeles beschreiben?

MDLA greift die Fashion Fauxpas der 90er auf und interpretiert diese neu. Der Glamour aus LA trifft auf den Kleinstadtgeist und Hooligan Look Magdeburgs. Old School Cuts wie der Hoodie oder die Bomberjacke treffen auf moderne Stoffe, Farben und Prints. Streetwear mit Fan Vibes. Mein Lieblingsteil ist das „too blessed to be stressed“ Shirt. Ein Glitter- Paillettenshirt, das bricht ein bisschen raus im Gegensatz zur restlichen Kollektion, aber ich liebe es einfach. Ein Showpiece mit ganz viel Glamour.

Vielen Dank für das Interview.

Magdeburg – Los Angeles ist genderneutral und kommt ohne „girlycuts“ aus. Die Sachen gibt es seit dem 03. Mai 2019 in Hamburg im Alsterhaus, in Berlin im KaDeWe und in München im Oberpollinger zu kaufen.

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