was entsteht, wenn Kommunikationsdesign und Mode aufeinandertreffen – ein Kurzzeitprojekt von KD, MD & BTK

2019, htw, Tech & Fashion

Die Student*innen des Studiengangs Kommunikationsdesign machen jedes Semester eine Woche lang ein Kurzzeitprojekt. In diesem Rahmen gab es zum ersten Mal eine Kooperation der Studiengänge Kommunikationsdesign, Modedesign und Bekleidungstechnik / Konfektion. 

Das Pilotprojekt wurde von Prof. Müller-Rakow (KD) und Thu Thao Haussmann (MD) in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) geleitet. 

Am Freitag den 24. Mai stellten die Studierenden die Ergebnisse ihrer Projekte vor, an denen sie in der Woche intensiv gearbeitet hatten. 

Das Thema war Kommunikation mit Wearables, also Kleidung mit integrierter Technik, und Machine Learning. 

Hierbei kommt das DFKI mit seinem Verbundprojekt UPLINX ins Spiel: Es handelt sich um ein Qualifikationsprogramm für Machine Learning mit direktem Anwendungsbezug. Die Expert*innen stellten die Technik für das Projekt zur Verfügung und unterstützen die Studierenden bei der Umsetzung ihrer Ideen. 

In Teams, die jeweils aus Kommunikations- und Modedesign bzw. BTK Student*innen bestanden, entstanden Prototypen für Wearables. 

Dabei sind spannende Ergebnisse herausgekommen:

Der „Helping Hat“ ist eine nachhaltig gestrickte Mütze für Alzheimer Patient*innen, die Hilfe benötigen, um sich mitzuteilen. Zwei Sensoren sind in das Kleidungsstück integriert. Ein Beschleunigungssensor misst Bewegung, und an einer Verbindung zum Finger wird der Puls kontrolliert. Kombiniert aus diesen Daten können Rückschlüsse auf das Befinden der Person geschlossen werden. Durch ein Ampelsystem mit farbigen Leuchten an der Strickmütze werden die Daten angezeigt. Sind die Leuchten für Puls und Bewegung rot, braucht die Person vermutlich Hilfe, und es wird sogar per Ultraschall ein Therapiehund gerufen. Von einem Hund mit Schlappohren ist daher auch das Design des „Helping Hat“ inspiriert.

In einer Woche war es kaum möglich alle Ideen der Student*innen umzusetzen.

Für die Zukunft könnte das Projekt Anstöße geben, um mit Neuroimaging noch eine dritte aufschlussreiche Datenquelle hinzuzufügen und durch Machine Learning genauere Prognosen über den Zustand von Patient*innen zu treffen.

Als nächstes wurde der „Lovesuit“ vorgestellt – eine kreative Idee, um körperliche Nähe zu simulieren. Besonders spannend für Fernbeziehungen! Die Anzüge können durch Sensoren Berührungen erkennen und kommunizieren miteinander. Berührt sich die Person in einem Anzug, wird der Anzug des / der Partner*in in der Ferne an dieser Stelle warm und Vibration entsteht.

Die Kommunikation zwischen Menschen und ihren Hunden soll mit dem Projekt „Hello Human“ verbessert werden. Wolltest du nicht schon immer wissen, was dein Hund wirklich fühlt und denkt? Dabei könnte diese spezielle Hundebekleidung weiterhelfen. Reize und persönliche Emotionen des Hundes werden durch farbiges Licht an dem gestrickten Hundepulli dargestellt. So kann man endlich perfekt auf den Gefühlszustand des vierbeinigen Freundes reagieren.

Das letzte Projekt, das vorgestellt wurde, soll die Kommunikation beim Umarmen fördern.  Mit diesem Kleidungsstück macht Umarmen noch viel mehr Spaß! Die weich wattierte Strickweste hat an den Schultern Lamellen, die sich beim Umarmen öffnen und den reflektierenden Stoff darunter zum Vorschein bringen. Eine LED-Anzeige gibt an, wie stark und wie oft man umarmt wird.

Für die Umsetzung der Prototypen wurde häufig Strick verwendet. So sind die Kleidungsstücke bequem und passen sich dem Körper gut an. Mit den richtigen Garnen sind sie außerdem klimaregulierend, also im Sommer und Winter tragbar und nachhaltig, denn beim Stricken entsteht nahezu kein Abfall.

Was in der kurzen Zeit entstanden ist, ist wirklich beeindruckend und zeigt, dass noch viel auf dem Gebiet der Wearables experimentiert werden kann. Durch die Verbindung von konzeptuellem Design und Machine Learning entstehen spannende Möglichkeiten. Was die Student*innen allein in einer Woche zustande gebracht haben, könnte in Zukunft noch weiter ausgebaut werden.

Von den Beteiligten gab es positive Rückmeldung. Ihnen hat die Zusammenarbeit mit dem DFKI und der interdisziplinäre Ansatz des Kurzzeitprojekts sehr gut gefallen und darüber hinaus viel Spaß gemacht. 

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