Ein Rückblick auf den AWE-Kurs Kreatives Zeichnen in der Natur – WS 15/16

berlin, campus

unspecified1

Bei schönstem Wetter trafen wir uns vor den Toren des Tierparks. Eine große Gruppe Studenten, zusammengewürfelt aus vielen Studiengängen und Fachbereichen der HTW, aktive Künstler die teilweise regelmäßig den Kurs belegen, wie Hobbyzeichner, doch sogar einige, die den Stift noch nie bis sehr selten auf das Papier gedrückt haben um Kreativität auszudrücken waren dabei, um gemeinsam „das Verständnis für Bildaufbau und Farbkomposition zu schulen und den freien Umgang mit zeichnerischen Materialien und Techniken zu trainieren“.

20160314_112951

Ziel des Kurses ist es, am Ende mit Stolz ein eigenes Werk in Händen zu halten, durch „die täglichen Auswertungen in der Gruppe, sowie die gemeinsame Ausstellung*“, die jedes mal den Krönenden Abschluss des Kurses bildet, sollen Teamgeist und Diskussionsfähigkeiten gefördert werden. „Es werden zeichnerische Fähigkeiten erlernt, die dann das Gerüst für eine völlig freie, individuelle künstlerische Äußerung bilden“. Im Falle des Fachbereich 5 zielt der Kurs zudem auf „das Anwenden der im Grundlagenstudium erworbene Kenntnisse und Fertigkeiten in einer artfremden Aufgabe.“

unspecified5

Herr Lischewsky verteilte zu dem Grundthema Bildaufbau und Farbkomposition noch einige Tagesaufgaben, zum Beispiel sollten wir los ziehen und uns Tiere suchen die in unseren Augen das Thema „Die Schöne und das Biest“ repräsentieren konnten und dies Zeichnerisch darstellen, durch Kontrastreiche Anwendung von Material oder Farben, was immer unseren kreativen Köpfen entspringen würde.

unspecified

„In der Gestaltung ist die Kombination aus Vorstellungskraft, geschultem Sehen und Raumverständnis ein entscheidender Vorteil. Im Studium ist das Zeichnen ein Prozess des intensiven räumlichen Sehen-Lernens. Es ist eine Schulung genau der vorgenannten entscheidenden Komponenten für eine herausragende Gestaltung.“

Bevor wir uns schließlich für 2 Tage in die Uni zurück zogen um unsere Skizzen und Bilder auszuarbeiten, gab es noch eine Kleine Abwechslung zu der organisch weichen Tierwelt des Tierparks. Am Potsdamer Platz sollten Gebäude und Architektur unsere Inspiration darstellen, Menschenmassen oder das Innere der Potsdamer Arkaden. Hartes, Eckiges, künstliches statt das fließend weiche der Natur.

Es war wichtig den Charakter des Tieres, der Pflanze oder des Gebäudes zu erfassen, zu studieren und  aufs Papier zu bringen. Doch man darf dabei nie zu ehrlich sein, „ein Künstler muss für die Gestaltung auch ‚Lügen‘ können.“, wie Herr Lischewsky gern betonte.

20160317_144030

„Anhand der Vielfalt der Natur, der Tierwelt und der Klein- und Großstadtlandschaft steht den Teilnehmern ein reiches Reservoir an Ideen zur Verfügung die als Ausgangspunkt für zeichnerische und farbige Kompositionen benutzt werden.“

20160317_105615

Das Projekt findet als Blockunterricht abwechslend in Teterow in Mecklenburg Vorpommern (SS) oder in Berlin (WS) statt. Und das immer während der Semesterferien, für ca eine Woche. Kunst braucht seine Zeit. 😉

Während man sich in Berlin täglich um 10 Uhr trifft, muss man in Teterow noch stärker miteinander agieren, da man dort auf engem Raum zusammen lebt und arbeitet.

2

Der idyllische Ort birgt unglaublich viele Möglichkeiten, allein die Fotos wirken schon inspirierend, wie muss es erst sein dort eine Woche lang seiner Kreativität freien Lauf lassen zu können?

Jedem der Zeichnen liebt oder es gern einmal probieren möchte kann ich dieses AWE Fach nur wärmsten ans Herz legen. Man lernt unglaublich viel, vielleicht neue Techniken, etwas über sich selbst, und man kann seine Kreativität fließen und mit Hilfe der Gruppe zu einem Strom heranwachsen lassen.

Probiert es aus, es macht unheimlich Spaß! ^^

unspecified9

*Herzliche Einladung

Die Vernissage findet am Mittwoch, den 18.05.2016 um 17 Uhr im Foyer der A Gebäude statt. Jeder der Interesse hat ist herzlich eingeladen. 🙂

Zehn Tipps zur künstlerischen Eignungsprüfung an der HTW

berlin, campus
IMG_3510 (1)

An die Stifte!_Fertig?_Los!

Am 30.04 ist es wieder soweit.

Für alle von euch, die auf ein Modedesignstudium an der HTW Berlin hinarbeiten ist dann der Tag an dem euer Kopf und eure Kreativität auf Hochtouren laufen. Dann wird gezittert und gehofft, gezeichnet, geklebt, gebastelt und besprochen.

An dem Tag findet wieder der halbjährige Eignungstest statt und eure künstlerische Eignung wird geprüft (so in etwa wird das Ganze im Internet bezeichnet)

Die Hausaufgabenvorbereitung zum Kollektionskonzept  >offbeat<   läuft für euch alle wahrscheinlich auf Hochtouren (für die einen konstant, für die anderen vielleicht auf den letzten Drücker).

Ihr durchforstet fleißig das Netz nach Erfahrungsberichten, Tipps, Anregungen, Inspirationen und vielleicht erfolgreich angenommenen Mappen. Wirklich durchblicken, was eigentlich genau gewünscht wird, tut keiner so genau.

Die meisten von euch werden wahrscheinlich keine Urberliner sein und schon der Gedanke an die pulsierende und unbekannte Hauptstadt lässt dem einen das Herz höher schlagen und dem anderen in die Hose rutschen.

Mit der Bewerbung für ein staatliches Modedesignstudium steht ihr vor einer ganz neuen Aufgabe und die Nervosität steigt, je näher die Abgabe bzw. die Prüfung rückt.

Da wir uns genau in der gleichen Situation befanden und eigentlich vor jedem Semesterende auch noch befinden, wollen wir euch gerne ein paar Tipps für diesen aufregenden Tag mit auf den Weg geben.


Wir haben für euch zehn Do’s & Dont’s zum Thema Eignungsprüfung Modedesign aufgelistet, die wir uns damals auch alle gewünscht hätten- quasi ein kleines Survival Kit zur Entlastung der Nerven.


  1.  Eine Woche bevor die Prüfung stattfindet, raten wir euch täglich zu zeichnen- zusätzlich zur Hausaufgabe. Dabei geht es nicht darum ob ihr euer Kaninchen, eine Landschaft oder eine Ecke eures Zimmers zeichnet, sondern einfach schlichtweg darum, dass ihr in die Zeichenroutine kommt. Ein Drittel der Eignungsprüfung wird wahrscheinlich wieder daraus bestehen, dass ihr etwas abzeichnen müsst und dann werdet ihr dankbar sein wenn ihr nicht noch erst überlegen müsst mit welcher Bleistiftstärke oder Kohle ihr am besten zurecht kommt.
  2.  Am Abend davor überlegt ihr euch am besten nochmal die Reihenfolge eurer Arbeiten in der Mappe. Es ist sinnvoll mit einer starken Arbeit zu beginnen und zu enden. Macht euch auch drei Gedanken zu dem Inhalt eurer Mappe. Warum habt ihr euch für genau diese Auswahl entschieden und was war eure Intention dabei, mit welchen Techniken sind die Arbeiten entstanden und was gefällt euch besonders an der Mappe (bitte keine falsche Bescheidenheit!)?
  3. Es wäre auch sinnvoll sich im Vorfeld ein paar Gedanken über sich selbst zu machen, da ein persönliches Gespräch auch Teil der Prüfung sein wird. Warum wollt ihr unbedingt an die HTW (sagt bitte nicht weil die Weißensee oder UDK euch abgelehnt haben!)? Was fasziniert euch an Berlin als Modestadt, habt ihr schon Vorbilder in der Mode, die euch inspirieren, bzw. verfolgt ihr eine bestimmte Ästhetik in euren kreativen Arbeiten.
  4. Um nun dem Klischee eines Modedesigners gerecht zu werden, macht ihr euch wahrscheinlich auch Gedanken darüber, was ihr an dem Tag der Prüfung anzieht. Bitte berücksichtigt den Fakt, dass man kein Paradiesvogel sein muss oder ein gekünstelt extravagantes Outfit braucht, um ein guter Designer zu sein. Bleibt authentisch; wenn ihr euch in blue Jeans am wohlsten fühlt dann tauscht sie bitte nicht gegen eine rosa Culotte! Es ist einfach wichtig, dass ihr euch selbstsicher fühlt und halbwegs bequeme Kleidung tragt, da ihr viel sitzen werdet.
  5.  Wahrscheinlich verdrehen jetzt einige die Augen aber bitte seid pünktlich! Schöneweide ist nun mal nicht der Nabel von Berlin und der Tramverkehr vor Ort hat schon den einen oder anderen in den Wahnsinn getrieben. Sucht euch den Weg vorher raus und bereitet eure Materialien vor. Nichts ist nerviger als verspätete Bewerber, die die Konzentration der Anderen beim Zeichnen stören.
  6.  Wir alle vergleichen uns mit Anderen. Das ist völlig normal und kann im Bestfall auch dazu beitragen sich und seine Arbeit zu reflektieren und zu verbessern. Allerdings kann es auch gleichermaßen verunsichern. Bei der Prüfung gilt: Es gibt dich und dein Blatt. Es mag beeindruckend sein, wie dein Nachbar die Kohle auf seinem Papier verwischt, unglaublich schöne Silhouetten portraitiert und du dich fühlst, als hättest du das zeichnerische Niveau eines Kindes nie überwunden. Völlig egal. Deine Handschrift bist du und das möchte man sehen.
  7. Lass dich nicht verunsichern! Einige Mitstreiter könnten zu absoluter Selbstüberschätzung neigen, das Praktikum des Lebens absolviert haben oder werden dir erzählen dass sie jede Nacht im Akkord ihre vierte Kollektion nähen. Alle befinden sich in einer Stresssituation und Unsicherheiten versucht der eine oder andere damit zu unterbinden in dem er die herausgeputzte Version seiner selbst erzählt. Vergesst einfach nicht dass ihr am Anfang des Studiums steht und es nicht darum geht perfekt zu sein, sondern authentisch.
  8. Deine Intuition könnte während der Aufnahmeprüfung dein engster Vertrauter werden. Lange Zeit zum Nachdenken wirst du während den Aufgaben nicht haben, meistens wird es auch nicht besser je länger du darüber nachdenkst, ob der Kopf nicht doch hätte in Proportion zur Hand größer sein müssen oder ob blau zu orange nicht besser gewesen wäre als gelb. Ein leeres Blatt wäre fatal, das falsche Gelb kann man eher verkraften. Nicht so viel denken, sondern einfach machen.
  9.  Pause! Vielleicht hast du Mama und Papa versprochen anzurufen, oder deine Begleitung wartet um dich mit Proviant zu versorgen, vielleicht bist du aber auch alleine angereist. Atme tief durch, mach dich frei und schau dich um. Alle Bewerber sitzen im gleichen Boot und hier wirst du sehr wahrscheinlich die Menschen zum ersten Mal sehen, mit denen du in Zukunft viel Zeit verbringen wirst.           Aufregend, oder?
  10. Die letzte Aufgabe ist vollbracht, du packst deine sieben Sachen und das Gefühl von Erleichterung macht sich breit. Gönn dir einen Sekt, oder ein Stück Torte, oder beides. Denn jetzt heißt es abwarten und Sekt, Verzeihung, Tee trinken. Falls es nicht geklappt hat, versuche es im nächsten Anlauf nochmal. Aufgeben ist keine Alternative, sondern üben, üben, üben. Du könntest die Zeit nutzen ein (weiteres) Praktikum zu absolvieren, dir für den nächsten Versuch Feedbacks einzuholen und zu analysieren was du verbessern könntest. Dein Vorteil für das nächste Aufnahmeverfahren: du weißt was auf dich zukommt und wirst entspannter antreten können, also positiv denken.

Für die, die es geschafft haben heißt es dann ab nächstem Semester Herzlich Willkommen an der HTW und ab an die Maschinen…

PS: In den nächsten Wochen werden wir einen Artikel mit Tipps und Tricks einer erfolgreichen Mappe hochladen. Besonders interessant für diejenigen, die sich gerade überlegen ein Modedesign Studium an der HTW zu beginnen. Am 30.04 werden wir auch Vorort sein für einen weiteren Artikel zur berühmten Aufnahmeprüfung. Die Daumen sind gedrückt.