Ein Erfahrungsbericht über den ersten Tag im Praktikum

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Wie die meisten es sich wahrscheinlich vorstellen können, ist der erste Tag im Praktikum sehr wichtig, es ist schließlich der erste Eindruck, den man auf Menschen hinterlässt, die einen durch das nächste halbe Jahr begleiten werden.

Da ich mich in der Stadt noch nicht allzu gut auskenne hatte ich daher beschlossen zwei Busse früher zu nehmen, als ich gemusst hätte, nur für den Fall der Fälle. Auch wenn das ein bisschen neurotisch klingen mag, kann ich dies nur allen empfehlen, denn es ist deutlich besser früh zu kommen und nach und nach die Menschen kennenzulernen. Des weiteren erfuhr ich später von einer Kollegin, dass im Falle, das die Chefdesignerin zuerst da ist, und noch keiner früher da war, die Stimmung leicht im Keller ist. Also pünktliches Erscheinen, Punkt eins auf der Survival-list.

TALK TALK TALK- ”you have to make your coffee”

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Es war 17:35 Uhr am vergangenen Donnerstag den 26.05. In der Halle B1 hatten sich zahlreiche Studierende und Interessierte eingefunden um dem Fashion Talk mit dem Thema „Circle of Fashion“ beizuwohnen. Drei Branchenprofis waren zu Gast und lieferten interessante Einblicke und persönliche Ansichten innerhalb des komplexen Modebusiness:

Die aus Argentinien stammende Magdalena Bonamin, Sales & PR Manager des Temporary Showrooms, die als Quereinsteigerin in der Modebrache in ihrem Laden in Prenzlauer Berg maßgeblich junge Designer und Nachwuchstalente vertritt und fördert

Dina Schiller, die nach einem Praktikum bei Adidas während Ihres Modedesignstudiums an der ESMOD ein Jobangebot beim Branchenriesen annahm und seit dem als Entertainment und Marketing Influencer agiert

Und last but not least: Tobi Grimditch, der sympathische Fashion Director des DANSK- Magazines, der in seinem faszinierenden Lebenslauf unter anderem als Modelagent Größen wie Kate Moss managte

Charmant moderiert wurde der Abend von Mandy Ducki, Patrick Mason und Johny Pham des vierten Semesters Modedesign, die Ihre Fragen auf Englisch an die internationalen Gäste richteten und erstmals ohne proffessorischen Beistand souverän in die Gesprächsrunde starteten:

„Womit sind junge, unbekannte Labels auf dem harten Markt konfrontiert und wie können sie sich z.B bezüglich des Marketings gegenüber den Großen behaupten? Was würdet ihr Ihnen raten?“, wollten die Moderatoren wissen.

Dina Schiller erzählte von Labels die für ein Sponsoring anfragen und nicht genügend über Ihr Produkt wissen, dass es das A und O ist verwendete Materialien zu kennen und informiert zu sein über das was man verkaufen möchte. Magdalena schlägt vor, einen fünf Jahresplan zu haben, denn langfristiges Denken und Bewusstsein über die Zukunft des eigenen Werdegangs sind enorm wichtig um in der Modewelt ernst genommen zu werden. Auf die Frage nach der Wichtigkeit des äußeren Erscheinungsbildes eines Designers, reagierten alle mit Gelassenheit und es wurde deutlich, dass man als Designer nicht zwingend extrovertiert gekleidet sein muss um innovative und besondere Mode zu kreieren. Im Gegensatz dazu war die Sicht auf Fast Fashion zwiegespalten.

„ Ich denke leider nicht, dass sich allzu bald etwas an den Produktionsweisen ändern wird.“, bedauert Magdalena.

Dina berichtete dass Adidas zwar vier Kollektionen im Jahr produziert, aber sehr darauf geachtet wird, dass die Produktion unter guten Voraussetzungen und auf hohem Niveau gefertigt wird, dass Nachhaltigkeit eines der Unternehmensziele sei. Trends werden immer noch auf der Straße und in den Jugendkulturen bestimmt. Das wird deutlich, als sich die Fragerunde den Trendsetten von heute zuwendet. Das sehr aktuelle Thema der Androgynität scheint, obwohl schon recht lange im Fokus, immer noch ein provokatives Thema zu sein. Tobi erzählt von der letzten Ausgabe des DANSK Magazins, die sich der Gender Thematik widmete und in diesem Fall bevorzugt von Frauen gekauft wurde, obwohl sich das Magazin eher an Männer richtet. Tobi erzählte auch von der Vorbereitung und Umsetzung einer Fotostrecke, deren Kosten und zeitlicher Aufwand, sich gerne mal auf drei Monate hinziehen kann. Etwas das uns Modedesign Studenten sicherlich erfreute ist, dass auch immer wieder Kleidungsstücke von Studenten für seine Fotostrecken eingesetzt werden.

Mach dich hübsch!

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Die Ausstellung: „Mach dich hübsch!“, im Martin- Gropius Bau zeigt noch bis zum 26. Juni 2016 ein großes Aufgebot an Kunstwerken verschiedenster Schaffensphasen der Künstlerin Isa Genzken.

Die 1948 geborene Oldesloerin studierte unter anderem Malerei an der Hochschule für bildende Kunst in Hamburg und Fotografie und Grafik in Düsseldorf. Dort, in Düsseldorf, traf sie damals auf den Maler Gerhard Richter, mit dem sie bis 1994 verheiratet war. Derzeit lebt sie in Berlin, in der Ausstellung wird jedoch deutlich, dass zusätzlich zu Berlin, die Stadt New York auch immer von großer Bedeutung für Isa Genzken ist und war.

Genzkens Kunst wird oft in die Konzept- und Objektkunst eingeordnet. Für die verschiedenen Themen mit denen sich Genzken im Laufe der Jahre beschäftigte, wechselte sie jedoch ganz bewusst zwischen verschiedensten Techniken und Stilrichtungen und fing immer wieder neu an.

Beim Eintreten der Ausstellung kommt man zuerst in eine Halle in deren Mitte Objekte, sogenannte Ellipsoide und Hyperbolos platziert sind. Umgeben sind diese von großen Fotografien verschiedener Ohren. Die Ellipsoide entstanden noch während Genzkens Zeit in der Kunsthochschule, die Ohren fotografierte sie hingegen ab 1980 auf den Straßen New Yorks. Diese ausschließlich weiblichen Ohren, symbolisieren vor allem die Rolle der Frau, die stets brav den Worten des Mannes lauschen soll.

Beim Rundgang durch die weiteren Ausstellungsräume wird deutlich, dass sich die Künstlerin immer wieder durch Fotos oder Kleidungsstücke beispielsweise in Assemblagen, selbst in ihre Werke einbezieht und so einen autobiografischen Bezug herstellt. So finden sich in einigen Installationen Kleidungsstücke die sie getragen hat, Fotos on Isa Genzken bei der Arbeit oder mit Freunden. Auch der Betrachter wird in einigen Werken in Form von Spiegelfolien mit einbezogen und gestaltet diese so stets neu.

Isa Genzken zählt immer noch zu einer der bedeutendsten Künstlerinnen der Gegenwart und eben dies wird in der Ausstellung deutlich. Es geht nicht um einzelne Kunstwerke, sondern viel mehr die Künstlerin selbst wird mit dieser vielseitigen Ausstellung geehrt. Alles in allem ist „Mach dich hübsch!“ eine ungemein vielschichtige Ausstellung, voller Farb-, Form- und Materialexplosionen, deren Themen, auch wenn schon seit vielen Jahren  besprochen, immer noch hoch aktuell sind. Für jeden der sich inspirieren lassen will ist dies eine sehr empfehlenswerte Ausstellung, wenn man Freude an Kunst mit Mut und Humor hat.

 

IVANMAN

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Heute besuche ich den berliner Modedesigner Ivan Mandzukic in seinem Atelier. Der gebürtige Serbe hat sich direkt nach seinem Abschluss an der Esmod Berlin mit seiner eigenen Modelinie selbstständig gemacht und zeigt nun zweimal im Jahr seinen Kreationen auf der Mercedes Benz Fashionweek Berlin.

Wie trinkst du deinen Kaffee?

Schwarz.

Warum hast du dich dazu entschieden Mode zu machen?

Eigentlich habe ich mich nicht wirklich dazu entschieden, es ist eher zufällig dazu gekommen. Ich hab damals ein Praktikum in der Kostümabteilung der Staatsoper gemacht und da mir das sehr gut gefallen hat, dachte ich mir, das mit der Mode könnte ganz gut passen.

Wie war dein Anfang?

Der Anfang war nicht besonders schwer, weil ich während des Studiums schon wusste, was ich will und was ich kann. Trotzdem hat mir das Feedback, dass man in der Schule von seinen Dozenten bekommen hat manchmal gefehlt.

Was ist dein Lieblingsprozess beim Designen?

Am liebsten mag ich die Phase der unbewussten Recherche, wo man noch nicht richtig angefangen hat und sich noch hauptsächlich durch seine Umwelt und Geschichten die man so hört inspirieren lässt.

Was inspiriert dich am meisten?

Am meisten interessieren mich Menschen die sich in der Vergangenheit etwas getraut haben, oder die für ihre Zeit, in der sie gelebt haben etwas bewegt haben, zum Beispiel Pier Paolo Pasolini mit seinen provokativen Filmen in den Siebziger Jahren.

Was magst du am liebsten an Berlin?

Da gibt es nichts bestimmtes, ich mag es immer wieder nach Berlin zurück zu kommen, aber da gibt es keine konkrete Sache die mich begeistert.

Wenn du eine Millionen Euro hättest was würdest du tun?

Mit einer Millionen Euro würde ich mir erstmal ein richtiges  Team aufbauen, dass mich bei meiner Arbeit unterstützt. Den Rest würde ich dann einer Person geben, die gut mit Geld umgehen kann und es für mich verwaltet.

Wenn deine Show vorbei ist, was machst du dann normalerweise als erstes?

Ich räume erstmal auf, verstaue alles und dann, wenn alles geregelt ist schalte ich komplett ab und verbringe erstmal ca. einen Monat in Montenegro mit Gartenarbeit.

Wie sind deine Pläne für dein Label?

Jetzt erstmal möchte ich mich die nächste Saison mehr auf internationale Wettbewerbe konzentrieren um mich modetechnisch irgendwann mehr international zu bewegen.

Hast du einen Tip für uns, als zukünftige Modedesigner?

Langsam starten. Man sollte sich im Bereich seiner Möglichkeiten bewegen, auch wenn diese eher begrenzt scheinen kann man damit eine Menge bewirken. Außerdem muss man sehr viel Glauben an sich selbst haben.  Mode ist großteils Psychologie.