WOKE UP AND FELT THE VIBE/Kanye West’s weltweiter Pop-Up-Store Wahnsinn

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Am Freitag den 19. August 2016 und am darauf folgenden Samstag eröffnete Kanye West weltweit 21 Pop-Up Stores darunter einer in Berlin.

Die exakten Locations (LA, New York, Houston, Miami, London, Amsterdam, Cape Town, Singapur, Sydney, Melbourne und weitere) wurden erst 24 Stunden vor der Eröffnung auf seiner Website bekannt gegeben.

Eingeleitet wurde alles durch einen läppischen Tweet:

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In Berlin wurde der 032c WORKSHOP in Kreuzberg zum Host für den Kanye West Store.

Bereits um 18 Uhr am Vortag der Eröffnung fingen Fans an, sich vor dem Store anzustellen und verbrachten die ganze Nacht dort.

Vor dem Eingang warten bereits zum Zeitpunkt der Eröffnung geschätzt 300 Menschen. Kleine Jungs mit Plastiktüten und Kanye-Merch bewaffnet, die versuchen ihre Errungenschaften für den doppelten Preis an den Mann zu bringen. Beinahe erstaunlich wie schnell sich die Sachen verkaufen und jeder ein kleines Stückchen von Kanye will.

Man sieht stolze junge Männer, die ein „Piece“ für sich ergattern konnten und lässig neben der Schlange auf und ab spazieren.

 

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Um seine Artikel noch besonderer zu machen hat sich Kanye entschieden die Sachen in verschiedenen Farbkombinationen anzubieten. Jede Stadt hat also ihren eigenen Look bekommen. Die opportune Wahl für Berlin: Weiß und Beige.

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Do you feel like Pablo now?

NERI OXMAN – EVOLUTION durch DESIGN

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Ein Pavillon, gesponnen von echten Maulbeerspinnern, aus 6,5km Seidenfilament, der als Geburtsort neuer Larven dient, mit denen 150 weitere Pavillons konstruiert werden könnten.

Ein Kleid, dessen Material von der menschlichen Haut inspiriert ist. Anstelle mit Schnittteilen, wird mit einer durchgängigen Struktur gearbeitet, die sich nach Bedarf modifizieren lässt: Luftdurchlässigkeit, Schweißabsorption, Richtung und Elastizität.

 Ein biologisch abbaubares Material, gewonnen aus dem Exoskelett von Insekten und Weichtieren. Chitin könnte Plastik ersetzen und eignet sich darüberhinaus für den 3D-Druck.

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Neri Oxman                             Seidenpavillon, mit Maulbeerspinnern.

 

Dies waren nur drei der zahlreichen Projekte an denen Neri Oxman gearbeitet hat und forscht. So viel Innovation und Effektivität, sowohl technologisch als auch visuell, dass man Gänsehaut bekommt. Scheinbare Problematiken, wie Bläschenbildung, beim 3D-drucken mit Chitin werden elegant gelöst. In diesem Fall mit Photosynthese betreibenden Mikroorganismen, die in den Bläschen platziert werden. Das Endprodukt: ein Plastikersatz mit positivem CO2-Fußabruck. Unglaublich?!

Was wäre eine passende Bezeichnung für Oxmans Arbeit?

Environmental Design mit Hilfe von digitaler Morphogenese würde die meisten ihrer Arbeiten gut beschreiben. Nach Ihren Studien in Medizin, Architektur und Stadtplanung promovierte Oxman und gründete die „Mediated Matter Gruppe“ am MIT Media Lab wo sie als Professorin lehrt. Ihre Arbeit wurde unter anderem im MoMA in New York ausgestellt und mit einigen Design- und Forscherpreisen ausgezeichnet.

Vielleicht lässt sich Oxmans Arbeitsweise und -ziel am besten an einem ihrer aktuellen Projekte erklären.

Die Grundidee: Das Zusammenbringen zweier Organismen, die von Natur aus nicht interagieren würden und sie zu einem nutzbringenden System verschmelzen zu lassen. Gewählt wurden die Cyanobakterie, welche im Meer zu finden ist und die E.coli Bakterie, welche im menschlichen Verdauungstrakt lebt. Während die Cyanobakterie Photosynthese betreibt, wodurch Zucker entsteht, verdaut die E.coli Bakterie diesen Zucker zu Biotreibstoff. Vereint werden die Bakterien in einem schurzähnlichen „Wearable“, das wie der menschliche Darm aufgebaut ist, bloß mit der zehnfachen Länge. Wegen dem benötigten Sonnenlicht für die Photosynthese wird zwischen nicht- und transparentem Material alterniert.

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Digital konstruiertes Wearable, angepasst an den menschlichen Körper.

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Dieses künstliche Verdauungssystem soll in mehr oder weniger ferner Zukunft mit dem menschlichen Organismus verknüpft werden und sogar durch architektonische Lösungen mit der Umwelt interagieren.

Was hierbei zustande kommt ist die Kontrolle über chemische Abläufe anstelle einer Kontrolle über Materialeigenschaften und das bloße Kombinieren derer. Ein „game changer“, der ein präziseres, effektiveres Arbeiten ermöglicht und den Designprozess auf ein völlig neues Level hebt.

Design und Technologie

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Wenn man das Wort Technologie betrachtet und zerlegt, erhält man die beiden Wortkomponenten „techne“ und „logos“ (grie.: Kunst/Handwerk und Wort/Lehre). Bei jedem durch den Menschen erschaffenen Werkzeug handelt es sich um eine mehr oder weniger primitive Form der Technologie. Jeder weiß wie man eine Schere benutzt aber nicht jeder weiß, wie man einen Schaltkreis für eine LED-Leuchtjacke baut und noch weniger Menschen (vor allem die aus dem Modebiz) wissen wie man eine Software programmiert.

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(c) Michael Wittig, Berlin 2016

 

Anlässlich der Fashion Hack Days in Berlin und der davor stattgefundenen Meet Ups und Workshops, stellt sich bei mir immer mehr die Frage, inwieweit die Modewelt mit der Technik und IT-Welt vereinbar ist und vor allem, wie es sich dabei alle so einfach wie möglich machen können.

Während einer Meet Up Veranstaltung vor den eigentlichen Fashion Hack Days durfte ich Teil einer Diskussion sein, bei der schon nach wenigen Sätzen das Wort „KOMMUNIKATION“ fiel (Warum auch um den heißen Brei herumreden?): Die eigentliche Challenge neben den ganzen innovativen Ideen und deren Umsetzung!

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(c) Michael Wittig, Berlin 2016

 

„Wie bringt man also Moodboards und Tabellen auf dieselbe Ebene?“

Das Problem besteht darin, dass die meisten (Mode-)Designer und Wissenschaftler sich stark darin unterscheiden, wie sie eine Idee oder einen Entwurf darstellen und kommunizieren. Wie bringt man also Moodboards und Tabellen auf dieselbe Ebene?

Fakt ist, es gibt keine Universallösung. Es braucht Zeit, Geduld und viel Neugierde. Man sollte die Erfahrung einer solchen Zusammenarbeit als Möglichkeit nutzen, Neues zu lernen und sich weiterzuentwickeln. Wir stehen auf diesem Gebiet noch in den Startlöchern, genau deshalb gibt es kein „Falsch“ und kein „Richtig“, und erst recht nicht jemanden, der einem den Weg weist.

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(c) Michael Wittig, Berlin 2016

 

 

„Da gibt es bei den Designern auch langsam ein steigendes Bewusstsein darüber. Die Designer stecken in diesem Dschungel an Informationen über Materialien. Wo kriege ich denn eigentlich die gute Information? Eigentlich brauchten sie die gar nicht – sie müssen nur die richtigen Fragen stellen. (…) Deshalb ist es gut erstmal zu sagen: Hey, wir sind wichtig. Lass uns unsere Rolle auch wahrnehmen – als Aufforderung an alle jungen Designerinnen und Designer: Studiert Design, aber mit einem gesunden Machtanspruch! Auch nicht mit einem Behübschungsanspruch – mit einem echten Gestaltungswillen.“

Gellersen, Nina; Hofman, Frank (2011). Interview mit Michael Braungart für designkritik.dk

 

 

„Die Mode ist zu einer Zunft verkommen, deren Mitglieder Angst vor der Zukunft haben. Ausgerechnet die Mode! Geld hat eine zerstörerische Kraft. Damit sich etwas ändert, müssen die Märkte sich ändern; es muss einen Markt für Innovation geben.“

Bohn, Alex (2016). Interview mit Lidewij Edelkoort für Zeit Magazin

 

 

 

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