Graduate Selected – Ausstellung in den Reinbeckhallen

Uncategorized

Im Rahmen der Fashionweek Berlin zeigen Absolventen der HTW ihre Abschlusskollektionen in den Reinbeckhallen. Als Auftaktveranstaltung zur Modenschau des 4. Semesters wird die Veranstaltung um 19 Uhr eröffnet. Vom 4. Juli – 7. Juli kann die Ausstellung kostenlos besucht werden.

Nathalie Webers Kollektion bietet einen Rückzugsort, Wohlfühlraum und eine Schutzhülle für hochsensible Frauen. Es wurden natürliche, nachhaltige, hautfreundliche, antibakterielle, fungizide und Elektrosmog (EMF) abschirmende Materialien verwendet um die unterschiedlichen Bedürfnisse zu erfüllen.

Instagram: @cinderellalosthershoe | @augustantler

Timo-Jan Martens beschäftigt sich mit Stereotypen der Region Ostfriesland und hat diese in Form einer Couture Kollektion übersetzt. Seine Modelle bestechen durch aufwändige Handstickereien.

Instagram: @ateliertimomartens

Anna Heims Kollektion „Skin to Skin“ bietet eine Sicherheit vor der Angst in der Metropole unter zu gehen und sich zu verlieren. Gewissheit für die Frage wer wir sind und wie wir unsere Identität finden wird gegeben. Unsere Kleidung als Schutzhülle, für Momente, in denen wir unsere individuelle innere Persönlichkeit nicht zeigen wollen oder können, oder bei sozialen Unsicherheiten indem sie eine Selbstverständlichkeit kommuniziert. Unser tiefstes Inneres wird beschützt. Durch den Schutz und die Komfortzone, sind wir sicher und können uns auf unsere Identität und die Ausbildung und Auslebung dieser konzentrieren. Es wird eine Komfortzone errichtet, in der wir uns wohlfühlen und wir selbst sein können. 

Instagram: @annaskheim

Die Klimakatastrophe, schwindende Ressourcen, der pazifische Müllstrudel. Dies sind nur drei prominente Vertreter der menschengemachten Probleme, denen wir jetzt und in der unmittelbaren Zukunft gegenüberstehen. Dieses „jetzt“ soll in dieser Arbeit verortet werden. Seit einiger Zeit hat sich der Terminus „Anthropozän“ unter Wissenschaftlern und Philosophen als Bezeichnung für das die derzeitige geologische Epoche etabliert. Um sich Lösungsansätzen anzunähern werden vor allem Vorschläge zur Umstrukturierung von Gestaltungsprozessen und der Umgang mit Abfall und Restbeständen beleuchtet.

Instagram: @vvimmeroth

Die Designerin Martha Berwanger beschreibt ihre Kollektion wie folgt:

„Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden“ – diese Bestimmung wurde 1994 als Artikel 3 Absatz 3 Satz 2 in das Grundgesetz aufgenommen.  Die Änderung gilt als großer Schritt für eine bessere Integration behinderter Menschen in die Gesellschaft.

Inklusion betrifft aber nicht nur die Schulzeit und das Arbeitsleben, sondern ist in allen Lebensbereichen relevant. Auch in der Modeindustrie werden Menschen mit Behinderung häufig nicht berücksichtigt. Erwachsene Menschen mit Down-Syndrom haben oft eine besondere, von der Norm abweichende Körperform.

Instagram: @Marthab8595

Edina Vargas Herrenkollektion „FRACTURES“ ist den Themen Nostalgie und Erinnerung gewidmet. Das Phänomen Nostalgie gewinnt immer mehr an Bedeutung. Man sehnt sich nach Zeiten, die man selbst nie erlebt hat, und nach Orten, die man noch nie besucht hat. Heute, wo die Menschen von Informationen und Impressionen überströmt werden, scheint die Vergangenheit viel einladender und sicherer zu sein als die Gegenwart.

Instagram: edinavarga_prints

Instagram: feli_thieme

Timo Martens – Hommage au cliché

Alumni

Timo Martens ist einer der Modedesign Bachelor Absolventen des Wintersemesters 2018/2019 an der HTW Berlin. Seine Abschlusskollektion „Hommage au cliché“ ist inspiriert von seiner Heimat Ostfriesland. Am 1. April stellte er der Hochschule seine Abschlusskollektion im Rahmen eines Showrooms vor. Seine Kollektion besticht durch zeitlose Modelle, aufwändige Stickereien und hochwertige Materialien. Insgesamt flossen ca. 1200 Arbeitsstunden in die Kollektion.

Timo was hat dich zu deiner Kollektion inspiriert?

Meine Heimat ist mit vielen negativen Klischees besetzt. Mit meiner Kollektion beleuchte ich diese Vorurteile von einer anderen Seite und kehre Sie ins Positive um.

Du sagtest, dass es viele negative Klischees über deine Heimat gibt. Wurdest du in der Zeit deines Studiums mit Klischees aus deiner Heimat konfrontiert?

Ja öfter, wenn ich erzählt habe von woher ich komme begegnete mir häufig ein Lächeln. Viele Leute kennen Otto Waalkes und „seinen“ Leuchtturm. Negative Erfahrungen habe ich zwar keine damit gemacht, aber belächelt wird man schon. Viele Menschen kennen Ostfriesenwitze und denken, dass auf dem Land nur Bauern wohnen.

Wie spiegelt sich Ostfriesland in den Outfits wider?

Ich habe für jedes der Modelle Ikonen Ostfrieslands als Inspiration genommen. Das wäre zum Beispiel der knallgelbe Ostfriesennerz, der als Klassiker der Regenmäntel bekannt ist. Außerdem habe ich noch das Fischerhemd und die Ostfriesenrose als Inspiration genutzt. In Ostfriesland trinken viele Leute schwarzen Tee. Hierzu benutzen Sie klassischerweise ein Porzellan mit dem Motiv der Ostfriesenrose.

Allgemein habe ich alle Ikonen in eine Couture Kollektion übersetzt und hier viel mit der Pariser Mode der 1950er und 60er Jahre gearbeitet. Mein Ziel war es die alltäglichen Dinge Ostfrieslands besonders darzustellen.

Ostfriesennerzkleid © Timo Martens / Jonas Friedrich

Du hast in deine Kollektion etwa 1200 Arbeitsstunden fließen lassen. Ich nehme an, die meiste Zeit hast du am Stickrahmen verbracht. Hattest du schon immer eine Passion für Stickereien?

Das kann man so sagen, ich habe schon in der Grundschule gestickt. So richtig hat sich alles aber erst im Studium entwickelt. Seit dem ersten Semester habe ich meine Modelle bestickt. Richtig intensiv flossen im vierten Semester die Stickereien als Hauptmerkmal in meine Kollektion ein. Für meine Bachelorkollektion war daher von Anfang an klar, dass ich fast jedes Modell per Hand besticken werde.

Welches Outfit der Kollektion ist dein Lieblingsmodell und warum?

Das ist gar nicht so leicht zu sagen. Ich finde natürlich alle Modelle schön, aber besonders verbunden fühle ich mich mit dem Blaudruck Outfit. Für dieses habe ich in Jever in einem Atelier Stoffe bedrucken lassen. Mit Hilfe von Indigo wurde der Stoff mit Motiven, die bereits 400 Jahre alt sind bedruckt. Alte Handwerkstechniken sind mir sehr wichtig. Die Jacke habe ich zusätzlich mit Kristallen bestickt, die den „Kluntje im Tee“ (Hochdeutsch: Kandis) im übertragenen Sinne darstellen.

Blaudruckjacke mit Blaudruckkleid © Timo Martens / Jonas Friedrich

Was sind deine Ziele nach dem Bachelor?

Ich habe gerade meinen Master an der HTW Berlin begonnen. Dort möchte ich mich im Bereich Stickerei noch weiterentwickeln. Durch die vielen technisches Möglichkeiten wie zum Bespiel Lasercut, kann man hier modernste Techniken einsetzen um noch ausgefallenere Stickereien zu entwickeln. Langfristig ist es mein Ziel in der Pariser Haute Couture zu arbeiten. In Paris gibt es viele Unternehmen, die gemeinsam mit Manufakturen moderne Stickereien entwickeln.

Für weitere Informationen und Bilder: www.timomartens.com

Instagram: @ateliertimomartens

Der Film zur Kollektion: Youtube