WATCHING YOU WATCHING ME / A photographic response to surveillance – DAS FELD HAT AUGEN / Bilder des überwachenden Blicks

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„Gott sieht alles.“ ist der Satz, der in meinem Kopf widerhallt nachdem ich vergangenes Wochenende die aktuelle Ausstellung im Museum für Fotografie in Berlin besucht habe. In Anbetracht der heutigen Praktiken, Menschen zu beobachten und zu kontrollieren bringt mich dieser Satz zum Schmunzeln. Es reicht eben nicht mehr aus, sich auf Gott und die Tugend zu verlassen, die absolute Kontrolle ist viel besser. Das alles natürlich unter dem Deckmantel der Sicherheit, denn: „Das Wohl des Volkes ist oberstes Gesetz.“ aber „Not kennt kein Gebot.“

Gender Diversity an der HTW

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Orientierend an den aktuell präsenten Diskursen der Genderthematik wollen wir, zwei Studierende des vierten Semesters Modedesign, eine interne Auseinandersetzung mit dem Thema an der HTW ermöglichen.
Das Projekt soll sich dabei mit der allgemeinen Frage nach „Gender“ und daraus herleitend „gender diversity“ an der HTW Berlin befassen. Dazu zählen nicht nur politisch wirtschaftlich relevante Themen, wie Gleichberechtigung der Geschlechter eine zentrale Rolle, sondern ebenfalls das Aufbrechen von Geschlechterkonstruktionen. Gezielt wollen wir, unabhängig von einer aufklärenden Herangehensweise, vor allem den Diskurs auf eine anhaltende Problematik in der Modebranche lenken, d.h. einen der Geschlechternorm abweichenden Blick (DOB, HAKA) auf Mode werfen.

Besonders wichtig ist uns dazu vorerst einmal eure Meinung und Einschätzung zu dem Thema, um uns einen Überblick verschaffen zu können und die Veranstaltung nach eurem Interesse ausrichten zu können.
Wir bitten euch, insbesondere alle Studierenden des FB5 an der HTW, daher zahlreich an unserer anonymen, ca. fünf- minütigen Umfrage teilzunehmen.

https://www.umfrageonline.com/s/genderdiversityhtwberlin

Fashion Revolution @ AGORA ROLLBERG

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Die Fashion Revolution Kampagne rief vergangene Woche in Gedenken an den Einsturz des Fabrikgebäudes Rana Plaza in Bangladesch von 2013 zum vierten mal auf, die Herkunft und die Herstellungsbedingungen unserer Kleidung zu hinterfragen. “Who Made My Clothes?”, fragten Teilnehmer die Hersteller, während sie ein Foto von sich auf Social Media posteten und ihre Kleidung symbolisch “auf links” trugen, um das Label sichtbar zu machen.

HARAM – HALAL

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Es ist das Thema der letzten Jahre. Der aus dem Islam stammende Einfluss auf Mode, Trends und Produkte. Die auf den Markt gebrachten Hijabs von H&M und Mark&Spencer, die goldenen Henna Tätowierungen, oder folgendes Zitat aus der “Culture Starved “Blog:Runways featured the traditional heavy eyeliner, turbans, beaded headbands, floor length conservative gowns (a long awaited break from the trend of mini-everything) and in a twist of events, Islamic female designers presented their collections in New York, London, Paris and Milan, the fashion capitals of the world. This star position will surely further inspire future fashion trends towards the Islamic values that women are most respected when their body is a secret from the world”

Gut, es liess mich ganz unberührt, es ist nicht mein Thema oder Kultur, aber immer noch mit Verständnis für die Modeketten, die jetzt eine Nachfrage muslimischer Frauen befriedigen wollen. Bis vor kurzem, als eine Clique türkischer Jungs mir und meiner Begleitung nachriefen:

Pass lieber auf deine Frau auf. Haram, haram! “ Ich hatte ein kurzes Kleid an, Stiefel, Pullover und Jacke. Die Länge des Kleides gehörte aber schon in die HARAM Kategorie, ein neues Jungwort muslimischer Teenager, das für alles was “Sünde” ist steht, für alles was zu viel Haut zeigt, oder allgemein einem islamischen Lebenstil als zu unmoralisch angesehen wird. Dazu gehören neben Ausschnitte oder kurze Röcke auch das Trinken von Alkohol, rauchen der Wasserpfeife, kurz, alles was laut der Scharia verboten ist. Das Gegenteil von Haram heisst HALAL, zu verstehen als “in Ordnung, erlaubt”. Dass Jungs das “Haram” für Frauen strenger auslegen als für sich selbst ist jetzt nicht das Thema, nur so locker wie sie diese Regeln für sich halten, so frei fühlen sie sich (nach meiner Recherche österreichischer Schulen mit gemischten Klassen) Mädchen gegenüber, die sich nach klassischen westlichen Standards anziehen, sie nämlich als Haram zu bezeichnen und täglich zu beschimpfen. Die Knaben sind jung, unsicher, und spüren durch die Bevormundung die Illusion von Macht.

Auf einmal wurde ich auf den islamischen Einfluss in der Mode sensibilisiert. Noch vor zwei Jahren las ich in dem gleichem Blog “ Culture Starved”: “However, it would seem that Islam and fashion are two things that would not go together. Yet, upon closer consideration we find that they do in fact envelope one and other. Islamic fashion and the rights of Islamic women go hand in hand. In periods of time when women had freedom in their fashion choices, they also had power.”

Ein solches Gleichgewicht wäre eine interessante Situation, wenn das Mysteriöse, irgendwo auch elegante dieser Mode eine Balance zu der immer weiteren Objektivierung und Sexualisierung der Frau in der westlichen Kultur ergäbe.Wie Madonna in ihrer Rede nach der Preisverleihung … ganz deutlich sagte : you have to look and sell yourself as a slut, but you are not allowed to own that slutness.” Wie wir auch ohne Madonna in jedem zweiten Videoclip, die oft einem softporn gleich produziert, sehen können, oder welches auch die Fetishtrends von Harnesses und Choker gut demonstrieren.

Aber gibt es so ein Gleichgewicht? Nein, es gibt nur eine Spannung. Über welche auch Spiegel berichtete: “Deutsche Frauen ziehen sich heute bedeckter an, weil sie sich so sicherer fühlen.” 

…”In periods of time when women had freedom in their fashion choices, they also had power.”

Ich wünsche mir, dass wir diese Power behalten oder wiederfinden.Im Moment spüre ich die Tendenz, dass wir die Macht über uns selbst langsam mehr und mehr verlieren. Im Showbusiness am besten fast nackt, im Alltag wieder lieber vorsichtig sein.

Ich wünsche mir dass uns Designer bewusst ist, dass mit jedem modischem Zitat aus dem Islam auch das Haram Diktat unterstützt wird.Und nicht wie unlängst Vivienne Westwood’s Burkas (für Herbst/Winter 2018), welche zwar dem Zeitgeist entsprechen, aber keine gute Provokation in Bezug auf einer individuellen Freiheit darstellen. Vielleicht übertreibe ich?

Ich will nur, dass bevor uns Ideologien vorschreiben was Mode sein darf, wir als Designer uns darauf besinnen sollten nicht als angegriffen Betroffene zu reagieren, sondern wie gewohnt zu agieren, um weiterhin handlungsfähig, souveräne Avantgarde zu bleiben. Und im Privaten nicht aus Wut oder Trotz kurze Kleider tragen, weil mir niemand zu sagen hat was Halull oder Halam ist, obwohl ich sonst in Hosen und T-Shirt bleiben würde.

Die Krawatte in der Politik

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Die Vereinigten Staaten haben einen neuen Präsidenten gewählt und man sieht die Person namens Donald Trump immer wieder in den Medien. Auch den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan kann man mitlerweile sofort aus dem Gedächtnis aufrufen. Was verbindet Beide?

Bei der in der Politik vornehmlich auf blau und rot reduzierten Wahl der Krawattenfarbe, würde
jede weitere den folgenden Farbtöne ein gewisses mehr an Einfallsreichtum beweisen:

hellblau, babyblau, pastelblau, dunkelblau, kobaltblau, royalblau, blau mit dunklem Muster, blau gestreift oder dunkel bordaux, bordaux, rot, Rot mit dunklem Muster, Rot gestreift, Bordeux gestreift, oder ha: rot-blau gestreift.

Auch irgendein interessantes Muster hätte mehr Liebe zum Detail gezeigt, beide Politiker tragen aber am liebsten signal-rot. Genauso wie die Angestellten einer Security Firma.

In der Psychologie der Farbe, wie wir schon ahnen, bedeutet dies: Energie, Stärke und Agression. Ausserdem liest man in der Beschreibung: “Es ist die Farbe des pulsierenden Blutes und deutet auf gesunde, starke Lebensgefühle hin, auf naives, kindliches Suchen nach Zuwendung und Liebe und auf Beständigkeit, lässt aber keine Selbstzweifel zu. Rot repräsentiert klare Ziele und Wünsche, steht für Leidenschaft, Sinnlichkeit, Aufregung, Feuer, Befreiung und Mut, aber auch Aggression, Wut und Macht. “ Eine passende Beschreibung, eine offensichtlichere Wahl kam für sie nicht in Frage.

Im Gegenteil dazu bedeutet Blau: nass, kühl, erfrischend, weit, himmlisch, klar und transparent, besitzt einen edlen Charakter. beruhigt und harmonisiert, führt ins eigene Unterbewusstsein, fördert den Frieden mit sich selbst und die innere Stille, die Kommunikation, Sachlichkeit und Präzision der Gedanken und stärkt die Lebenskraft. Welche Farbe hat Barack Obama oft getragen? Natürlich, fast immer blau!

Die Bedeutung im Zusammenhang mit der Politik kommt schon aus früher Geschichte, wo Blau immer schon mit dem blauen Blut der britischen Aristokratie verbunden wurde, während rot das rote Blut der Wache repräsentierte. Psychologen behaupten auch, dass Rot und Blau die Gehirnfunktion und die Wahrnehmung von Werbung verbessert. Ist nicht die Rede eines Präsidenten irgendwo oft auch eine Art Werbung?

Rot ist sehr beliebt auch im Fernsehen. Sie bringt Farbe ins Gesicht und man sieht sie fast immer bei Fernsehduellen.

Blau erinnert dagegen an den Himmel, Ozean und Wasser, deswegen denken wir dabei an Offenheit, Ruhe, und Reinlichkeit. Bei seiner Amtseinführung trug Donald Trump schwarzen Anzug zu signal-roter Krawatte, seine Frau Melanie Puder-blaues Kostüm von Ralph Lauren. Wenn sie nicht schon als eine erste Dame angesehen wird die man respektieren kann ohne fremde Reden zu klauen, wirkt sie wenigstens als ein himmlischer Engel neben dem narzistischen Teufel.

Den französischen Präsidenten Francois Hollande sieht man immer mit dunkel-blauer Krawatte, Putin mag es fast immer gemustert und variiert zwischen dunkel-blau und dunkel-rot, worin sich gut seine berechnende Persönlichkeit widerspiegelt. Selbst George W. Bush hatte sich noch Gelb zugetraut, ansonsten hatte auch er alle Variationen von hell bis dunkel in Blau und Rot ausprobiert.

Wie kein anderer Präsident hat Trump bisher so häufig signal-rote Krawatten getragen,dazu ganz praktisch mit Tesafilm geklebt, wie man unter dem Link sieht.

Mit rot werden die Klausuren vom Lehrer korrigiert und rot sind auch die Verkehrswarnzeichen, irgendwie passt alles zusammen. Ich bin gespannt wie rot seine Amtszeit sein wird.