‚INTWO‘ // MODENSCHAU DES VIERTEN SEMESTERS

2017, berlin, Design, Fashion, menswear, Uncategorized, womenswear

Am Sonntag, den 23.07.17 war es wieder so weit: Das vierte Semester des Studiengangs Modedesign zeigte seine Arbeiten im Rahmen einer, von den Studenten unter der Aufsicht von Prof. Anke Schlöder organisierten, Modenschau. Zunächst sorgte die Band Ziam für Stimmung und ließ die Wände des Columbia Theaters in Berlin- Tempelhof ordentlich beben. Als dann gegen 21:00 Uhr die Show in Begleitung des DJs Paul Priest startete, platzte die Location aus allen Nähten.

DANIT PELEG

2017, Design, Fashion, minds, minimalismus, nachwuchsdesigner, Uncategorized, womenswear

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Mit ihrer komplett 3D-gedruckten Abschlusskollektion im Jahr 2015 hinterließ Danit Peleg einen tiefen Eindruck sowohl in der Mode- als auch in der Technologiewelt. Die zurzeit in Tel Avif lebende Designerin glaubt an eine Demokratisierung der Modeindustrie durch die geschickte Verbindung mit Technologie. Sie experimentiert mit Lasercuttern, Screenprinting, 3D-Druck und zusammenhängender Softwareentwicklung. Auf ihrer Website bietet sie seit diesem Sommer customized 3D-Druck-Designs an. Ihre Vision für die Zukunft ist das Überspringen von Lieferketten, indem die Kunden online Dateien bzw. Designs kaufen, welche zu Hause ausgedruckt und sofort getragen werden können.

Durch ihren innovativen Leistungsdrang konnte Peleg bereits erfolgreiche Partnerschaften mit teilweise namenhaften Unternehmen eingehen zu denen folgende gehören: Gerber Technology (kreative Partnerschaft), Recreus (Sponsor für Filamente), BQ (Printer), XLN, etc.

WETTBEWERB „FASH 2017“

campus, Fashion, nachwuchsdesigner

„GET REAL“

4 stolze Preisträger aus dem Fachbereich 5, der HTW Berlin Familie, waren dabei und siegten! Der letzte Sieg liegt aber schon 2014 zurück. Wäre es nicht mal wieder an der Zeit, der Welt da draußen zu zeigen was wir drauf haben?  Was ist mit Dir, traust Du Dich?!

Grit Seymour, eine bewundernswerte und unabhängige Frau. Ein Vorbild.

campus, professionals

Gebürtig aus Halle, wichtige Stationen in Ihren Leben waren
• die raue DDR, inmitten des Ostwest Konflikts.
• Ausbildungen an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee, HDK,
St.Martin’s College London und Royal College of Art in London

• Model von Helmut Newton
Wolford, Max Mara, Rena Lange, Donna Karan, Daniel Hechter, Hugo Boss

• ehemalige Professorin an der UDK und aktuell der HTW Berlin
• zusammen mit Ihrem EX-Mann, dem Industrie-Designer Jerszy Seymour, Gründerin des eigenen Labels „T-A-P-E“!

NERI OXMAN – EVOLUTION durch DESIGN

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Ein Pavillon, gesponnen von echten Maulbeerspinnern, aus 6,5km Seidenfilament, der als Geburtsort neuer Larven dient, mit denen 150 weitere Pavillons konstruiert werden könnten.

Ein Kleid, dessen Material von der menschlichen Haut inspiriert ist. Anstelle mit Schnittteilen, wird mit einer durchgängigen Struktur gearbeitet, die sich nach Bedarf modifizieren lässt: Luftdurchlässigkeit, Schweißabsorption, Richtung und Elastizität.

 Ein biologisch abbaubares Material, gewonnen aus dem Exoskelett von Insekten und Weichtieren. Chitin könnte Plastik ersetzen und eignet sich darüberhinaus für den 3D-Druck.

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Neri Oxman                             Seidenpavillon, mit Maulbeerspinnern.

 

Dies waren nur drei der zahlreichen Projekte an denen Neri Oxman gearbeitet hat und forscht. So viel Innovation und Effektivität, sowohl technologisch als auch visuell, dass man Gänsehaut bekommt. Scheinbare Problematiken, wie Bläschenbildung, beim 3D-drucken mit Chitin werden elegant gelöst. In diesem Fall mit Photosynthese betreibenden Mikroorganismen, die in den Bläschen platziert werden. Das Endprodukt: ein Plastikersatz mit positivem CO2-Fußabruck. Unglaublich?!

Was wäre eine passende Bezeichnung für Oxmans Arbeit?

Environmental Design mit Hilfe von digitaler Morphogenese würde die meisten ihrer Arbeiten gut beschreiben. Nach Ihren Studien in Medizin, Architektur und Stadtplanung promovierte Oxman und gründete die „Mediated Matter Gruppe“ am MIT Media Lab wo sie als Professorin lehrt. Ihre Arbeit wurde unter anderem im MoMA in New York ausgestellt und mit einigen Design- und Forscherpreisen ausgezeichnet.

Vielleicht lässt sich Oxmans Arbeitsweise und -ziel am besten an einem ihrer aktuellen Projekte erklären.

Die Grundidee: Das Zusammenbringen zweier Organismen, die von Natur aus nicht interagieren würden und sie zu einem nutzbringenden System verschmelzen zu lassen. Gewählt wurden die Cyanobakterie, welche im Meer zu finden ist und die E.coli Bakterie, welche im menschlichen Verdauungstrakt lebt. Während die Cyanobakterie Photosynthese betreibt, wodurch Zucker entsteht, verdaut die E.coli Bakterie diesen Zucker zu Biotreibstoff. Vereint werden die Bakterien in einem schurzähnlichen „Wearable“, das wie der menschliche Darm aufgebaut ist, bloß mit der zehnfachen Länge. Wegen dem benötigten Sonnenlicht für die Photosynthese wird zwischen nicht- und transparentem Material alterniert.

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Digital konstruiertes Wearable, angepasst an den menschlichen Körper.

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Dieses künstliche Verdauungssystem soll in mehr oder weniger ferner Zukunft mit dem menschlichen Organismus verknüpft werden und sogar durch architektonische Lösungen mit der Umwelt interagieren.

Was hierbei zustande kommt ist die Kontrolle über chemische Abläufe anstelle einer Kontrolle über Materialeigenschaften und das bloße Kombinieren derer. Ein „game changer“, der ein präziseres, effektiveres Arbeiten ermöglicht und den Designprozess auf ein völlig neues Level hebt.

Design und Technologie

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Wenn man das Wort Technologie betrachtet und zerlegt, erhält man die beiden Wortkomponenten „techne“ und „logos“ (grie.: Kunst/Handwerk und Wort/Lehre). Bei jedem durch den Menschen erschaffenen Werkzeug handelt es sich um eine mehr oder weniger primitive Form der Technologie. Jeder weiß wie man eine Schere benutzt aber nicht jeder weiß, wie man einen Schaltkreis für eine LED-Leuchtjacke baut und noch weniger Menschen (vor allem die aus dem Modebiz) wissen wie man eine Software programmiert.

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(c) Michael Wittig, Berlin 2016

 

Anlässlich der Fashion Hack Days in Berlin und der davor stattgefundenen Meet Ups und Workshops, stellt sich bei mir immer mehr die Frage, inwieweit die Modewelt mit der Technik und IT-Welt vereinbar ist und vor allem, wie es sich dabei alle so einfach wie möglich machen können.

Während einer Meet Up Veranstaltung vor den eigentlichen Fashion Hack Days durfte ich Teil einer Diskussion sein, bei der schon nach wenigen Sätzen das Wort „KOMMUNIKATION“ fiel (Warum auch um den heißen Brei herumreden?): Die eigentliche Challenge neben den ganzen innovativen Ideen und deren Umsetzung!

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(c) Michael Wittig, Berlin 2016

 

„Wie bringt man also Moodboards und Tabellen auf dieselbe Ebene?“

Das Problem besteht darin, dass die meisten (Mode-)Designer und Wissenschaftler sich stark darin unterscheiden, wie sie eine Idee oder einen Entwurf darstellen und kommunizieren. Wie bringt man also Moodboards und Tabellen auf dieselbe Ebene?

Fakt ist, es gibt keine Universallösung. Es braucht Zeit, Geduld und viel Neugierde. Man sollte die Erfahrung einer solchen Zusammenarbeit als Möglichkeit nutzen, Neues zu lernen und sich weiterzuentwickeln. Wir stehen auf diesem Gebiet noch in den Startlöchern, genau deshalb gibt es kein „Falsch“ und kein „Richtig“, und erst recht nicht jemanden, der einem den Weg weist.

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(c) Michael Wittig, Berlin 2016

 

 

„Da gibt es bei den Designern auch langsam ein steigendes Bewusstsein darüber. Die Designer stecken in diesem Dschungel an Informationen über Materialien. Wo kriege ich denn eigentlich die gute Information? Eigentlich brauchten sie die gar nicht – sie müssen nur die richtigen Fragen stellen. (…) Deshalb ist es gut erstmal zu sagen: Hey, wir sind wichtig. Lass uns unsere Rolle auch wahrnehmen – als Aufforderung an alle jungen Designerinnen und Designer: Studiert Design, aber mit einem gesunden Machtanspruch! Auch nicht mit einem Behübschungsanspruch – mit einem echten Gestaltungswillen.“

Gellersen, Nina; Hofman, Frank (2011). Interview mit Michael Braungart für designkritik.dk

 

 

„Die Mode ist zu einer Zunft verkommen, deren Mitglieder Angst vor der Zukunft haben. Ausgerechnet die Mode! Geld hat eine zerstörerische Kraft. Damit sich etwas ändert, müssen die Märkte sich ändern; es muss einen Markt für Innovation geben.“

Bohn, Alex (2016). Interview mit Lidewij Edelkoort für Zeit Magazin

 

 

 

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