Hussein Chalayan Professor an der HTW

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Am 1. November 2019 wurde mit der Pressemitteilung das Mysterium um den neuen Professor der HTW gelüftet. Der renommierte, in London ansässige, Modedesigner Hussein Chalayan übernimmt eine Professur im Studiengang Modedesign an der HTW Berlin. 

Hussein Chalayan, der Avantgarde-Designer schlechthin, ist nun verantwortlich für das Lehrgebiet „Grundlagen Gestaltungsbasis und Entwurfsprozesse“. Der Schwerpunkt seiner Arbeit mit den Student_innen wird bei Innovation und Nachhaltigkeit liegen. 

Chalayan selbst ist fasziniert von Innovation und Transformation, sein Label mit welchem er in den letzten 25 Jahren experimentell ausgefeilte und spektakuläre Shows dargeboten hat, bringt nicht nur kommerziell erfolgreiche und tragbare Kleidung hervor, sondern auch einzigartige Showpieces mit welchen er in der Mode- und Kunstszene bekannt geworden ist. Viele seiner Kreationen sind in Museen auf der ganzen Welt ausgestellt. 

In Zentrum von Chalayans Tätigkeit an der HTW Berlin werden angewandte interdisziplinäre Forschung und praxisnahe Kooperationsprojekte mit der internationalen Modebranche stehen. Was in Anbetracht seiner bisherigen, sehr avantgardistischen Kreationen für die Student_Innen sehr Interessant werden könnte. Er arbeitet selbst interdisziplinär und neben seinen Modekollektionen hatte Chalayan zahlreiche Einzelausstellungen, brachte 2001 das „C Magazine“ heraus, führte Regie bei Kurzfilmen, entwarf Bühnenkostüme und kollaborierte mit internationalen Unternehmen sowie Ingenieur_innen und Künstler_innen aus den verschiedensten Bereichen.

In der Pressemitteilung sagte er „Ich fühle mich geehrt und freue mich, diese neue Rolle an der HTW Berlin zu übernehmen. Ich freue mich auf die Arbeit mit neuen Möglichkeiten als Teil des Expert_innenteams der HTW Berlin“. Sowohl die Hochschule als auch die Metropole Berlin seien der richtige Ort um konzeptionell und künstlerisch zu arbeiten und Ideen umzusetzen. 

Um an ein paar der bekanntesten Kreationen des türkisch-zyprischen Designers zu erinnern, kommen einem zum Beispiel die folgenden Kollektionen in den Sinn. Die Herbst/Winter-Kollektion „Afterwords“ aus dem Jahr 2000, in welcher die Models beispielsweise Sitzbezüge, Couchtische und Stuhl inklusive in tatsächlich tragbare Kleidungsstücke verwandelten. Oder die Frühjahr/Sommer Kollektion von 2016 in welcher der Designer Kittel aus Papier auf dem Laufsteg mit Wasser in Form einer Dusche hat verschwinden lassen, so das darunter kristallene Partykleider zum Vorschein kamen. Ebenso die Frühjahr/Sommer Kollektion von 2017 in welcher die „Motion Dresses“ präsentiert wurden, welche durch moderne Technologie immer wieder ihre Form auf dem Runway änderten. 

Das und noch vieles mehr hat Hussein Chalayan in den letzten Jahren vollbracht, da bleibt es nur spannend zu sehen was er in der Zukunft neues vor hat und was er uns Studierenden mit auf den Weg geben kann. 

Quelle:

https://www.elle.de/designer/hussein-chalayan

https://www.vogue.de/mode/artikel/ein-besuch-im-archiv-von-hussein-chalayan

https://www.htw-berlin.de//hochschule/aktuelles/news/news/chalayan-wird-professor-fuer-modedesign/

Modische Zeitreisen und experimentelle Arbeitstechniken auf der Langen Nacht der Wissenschaften

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Am 15.06.2019 präsentierten die vier Modeabsolventinnen Atefeh Farzandi, Carla Renée Loose, Esther-Helin Bienroth und Nayeon Kim, ihre ausgefallenen Endprojekte auf der Langen Nacht der Wissenschaften.
Jede Kollektion basierte dabei auf einem anderen Thema.


Mit viel Liebe und Kreativität zauberten sie ihre Kollektionen aus ungewöhnlichen Materialien und mit ideenreichen Arbeitstechniken. So gab es Outfits und Accessoires mit aufwendigen Oberflächengestaltungen und komplizierten Schnitttechniken zu bewundern.

Paradox

Atefeh Farzandi beschäftigte sich unter dem Titel „ Paradox“ mit ihrem Heimatland, dem Iran und ihrer tiefen Verbindung zu diesem. Aber auch mit den Vorurteilen den die Medien in Europa über das Land verursachen. Sie möchte die Vielfalt ihrer Heimat zeigen und ihre Kultur von mehreren Seiten beleuchten.

Dies zeigt sie einerseits mit transformierbaren Outfits, wie den, aus traditionellem Stoff gefertigten Schleier, der ein buntes Futter birgt, das das Outfit von einem schlichten grauen Schleier im Hand umdrehen in ein fröhliches Kleid verwandelt. So, sagt sie, hat auch die iranische Kultur zwei Seiten, die es beide wert sind betrachtet zu werden. Andere Schleier sind ganz durchsichtig, mit bunten Blumen bedruckt, um zu zeigen, dass man sich die Dinge nicht durch einen Filter ansehen sollte, wie man auch eine Kultur nicht durch den Filter der Medien sehen und beurteilen sollte.

Doch auch mit Worten aus geschriebenen Gedichten, bringt Atefeh uns ihr Thema näher. Einzelne Zitate wie: „Sillouetten der Frauen“ oder „Liebkosen“ und „ Schoss“ verarbeitete sie in ihren Outfits.

So vereinigt sie Tradition mit Mode und zeigt uns dabei eine neue Seite des Iran.

Es war alles Gegenwart, die Zukunft fand ausschließlich in Science Fiction statt

Carla Renée Loose thematisierte mit ihrer Kollektion, die den Titel „Es war alles Gegenwart, die Zukunft fand ausschließlich in Science Fiction statt“ trägt, die Idealisierung der Jugend. Sie beschäftigt sich mit den Wunsch der Gesellschaft nach ewiger Jugend und warum wir Menschen so sehr danach streben. Dabei kommt sie zu dem Schluss, dass es der Wunsch nach Einfachheit und weniger Verantwortlichkeit ist, der uns nach Jugendlichkeit streben lässt und dass das Bedürfnis nach Abweichung und Unvernunft in paradoxer Weise, in zwanghafter Aufrechterhaltung der äußerlichen Jugendlichkeit resultiert.

Ihre Kollektion spielt mit dieser Idee und zeigt einerseits das Jugendliche, Experimentelle und Verspielte, doch im Kontrast dazu das Inszenierte und Oberflächliche. So wirkt ihre Kollektion als ein Ganzes und sollte als ein solches betrachtet werden. In ihren Outfits visualisiert sie die intensive Emotionalität der Jugend im un-idealisiertem Zustand. Während sie in Accessoires in Folie eingepackte Stickereien präsentiert, die die konservierte Jugend darstellt. Die Oberflächengestaltungen sind der Schwerpunkt ihrer Kollektion. So findet man mit viel Liebe bestickte Stoffe, aufwendig gestrickte Oberteile und kunstvolle Faltentechniken in ihren Outfits.

The Importance of Being Nothing

Esther-Helin Bienroth’s Abschlussarbeit „The Importance of Being Nothing“ bringt eine neue Denkweise in das Thema Stress und Überforderung. Sie stellt die Idee einer multiplen Persönlichkeitsstruktur vor, die aus der ständigen Selbstoptimierung resultiert. In einer Visualisierung stellt sie diese Persönlichkeiten in einen Raum um einen Dialog zu beginnen.

Zu Grunde liegt dieser Idee ihre kritische Sicht auf die heutigen Medien und ihre stetig wachsende Wichtigkeit in unserem privaten und aber auch beruflichen Leben. Der ständige Vergleich zu anderen, der uns unter Druck setzt und den Künstlern die Kreativität nimmt. Sie selbst hat sich von Instagram entfernt und beschlossen bei ihrer Kollektion mit nichts zu beginnen und ganz und gar bei sich zu bleiben. Denn man darf den Bezug zum selbst nicht verlieren. Sie konzentriert sich bei mit Artfremden Material, die sie aus dem Kontext geholt einsetzt, auf die Reduzierung. Doch auch ihre Persönlichkeiten tauchen als Gesichter, in Drucken oder als Accessoires immer wieder auf. Auch mit Abdrucken, wie zum Beispiel die Kleider derer Personen, die sie unterstützten, findet man als Oberflächengestaltung in ihren Outfits.

Sie möchte eine Gegenbewegung zum Konsum und somit den Protest gegen die Ausbeutung der Kreativen beginnen.

Zeitreise von Joseon zu Seoul

In ihrer Kollektion „Zeitreise von Joseon zu Seoul“ beschäftigt sich Nayeon Kim ebenfalls mit ihrer Heimat. Wie ihr Titel es bereits verrät, kann man in ihrer Kollektion sowohl traditionelle koreanische Schnitte als auch moderne Elemte, wie von den modischen Converseschuhen inspirierte Schnürrtechnicken bewundern.

Der Schwerpunkt ihrer Kollektion ist jedoch ihre interessante Technik, ihre gezeichneten Bilder zu Mode zu machen. Sie wandelt nicht nur ihre Bilder zu Prints um, die sie auf Samt drucken lässt, sonder „zeichnet mit ihren Schnitten“. Dabei wird der Stoff zur Farbe, die Nähmaschine zum Pinsel, ihr Outfit zur Kunst. Auch mit 3D Effekten bringt sie uns zum Staunen. So ist die Stadt auf ihrer Kleidung zum Greifen nah. Das schnelllebige Seoul inspirierte sie nicht nur bei Tag. Auf der Rückseite ihrer Outfits hat sie die Stadt bei Nacht festgehalten. Rücken und Vorderansicht sind oft unterschiedlich bei ihr.

Doch auch bei ihren Traditionellen Outfits erzählt sie uns eine Geschichte. Mit dem Motiv des weinenden Auges, erinnert sie an die Gisaeng, die zu ihrer Zeit sehr gebildete Frauen wahren, jedoch durch ihre Strengen Regeln oft traurige Liebesgeschichten verbargen.

So nimmt uns Nayeon Kim auf eine Zeitreise durch die Geschichte ihrer Heimatstadt und findet dabei eine neue Interessante Art Mode zu machen.

In Allem eine sehr gelungende Austellung.

Respekt an die Designer.

„Paradox“


„Es war alles Gegenwart, die Zukunft fand ausschließlich in Science Fiction statt“

„The Importance of Being Nothing“

„Zeitreise von Joseon zu Seoul“

//Rückblick SoSe 17: Fotos des Kollektionkonzept 4.Semester [Gruppe 2]

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Im 4.Semester fand in der Gruppe von Prof.Johanna Michel und Prof. Bianca Koczan eine Zusammenarbeit mit Studenten aus dem Studiengang Kommunikationsdesign statt.
Dabei haben sich Studenten/innen beider Studiengänge in Gruppen/Paaren zusammen gefunden und gemeinsam ein Konzept erarbeitet wie man die Kleidung fotografisch in Szene setzen möchte. Unterstützt werden konnte man dabei in einem Workshop von Fotograf Tobias Kruse.

11 FRAGEN an Ann- Margritt Biermann

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… Gründerin des jungen Lingerie Labels ELAICE Couture und Absolventin des Masterstudienganges Modedesign an unserer Hochschule.

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Gaffer Deluxe: Wie kam es zu Deiner Entscheidung, einen Master an der HTW zu absolvieren?

Ann- Margritt Biermann: Während einer Ausbildung zur Modedesign Assistentin sowie meinem Bachelor in Modedesign und Business in Dänemark hat es mich immer wieder nach Berlin gezogen: Für die Fashion Week, für Praktika und sogar für ein Erasmus Jahr. Einerseits hat mich die Stadt in ihrer kreativen Vielfältigkeit mitgerissen, andererseits war ein stärker werdender Fokus auf ein ethisches Bewusstsein präsenter als in Dänemark. Es war dann ziemlich schnell klar, dass ich meinen Master in Berlin machen möchte.

Fashion Revolution @ AGORA ROLLBERG

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Die Fashion Revolution Kampagne rief vergangene Woche in Gedenken an den Einsturz des Fabrikgebäudes Rana Plaza in Bangladesch von 2013 zum vierten mal auf, die Herkunft und die Herstellungsbedingungen unserer Kleidung zu hinterfragen. “Who Made My Clothes?”, fragten Teilnehmer die Hersteller, während sie ein Foto von sich auf Social Media posteten und ihre Kleidung symbolisch “auf links” trugen, um das Label sichtbar zu machen.