TRANSPARENZ IN DER MODEINDUSTRIE – DER AKTUELLE STAND IN DEUTSCHLAND

nachhaltigkeit

Anlässlich der Ethical Fashion Show, die ihre Besucher Anfang diesen Monats empfing, fanden vereinzelt Vorträge und Podiumsdiskussionen statt, welche die Schattenseiten und die Zukunft der Modeindustrie thematisierten. Besonders aktuell war von diesen das Gespräch unter der Überschrift „Transparenz statt Versteckspiel“. Es wurde versucht, auf die Handelsabläufe und den rechtlichen Spielraum im Hinblick auf mehr Transparenz und Fairness für den Konsumenten und für den Angestellten einzugehen.

Auf dem Podium anwesend waren Dr. Bernhard Felmberg (Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung ), Vera Köppen (Fair Wear Foundation), Robert Hertel (Hempage), Andreas Streubig (Otto Group) und Berndt Hinzmann (Inkota-Netzwerk). Die Moderation übernahm Heike Holdinghausen (taz). Es wurden sich somit unter anderem der CEO eines Fairwear-Labels, der Bereichsleiter für das Nachhaltigkeitsmanagement der Otto Gruppe und ein Vertreter des BMZ  gegenübergestellt, wodurch man die wahre Komplexität des Problems realisieren konnte.

Die Textil- und Modeindustrie leistet im Allgemeinen stets Pionierarbeit, und würde sich gerade deshalb dazu anbieten, von Grund auf faire und effektive Systeme aufzubauen. Stattdessen werden Kosten zum Leid von Mensch und Umwelt externalisiert, d.h. es wird im Dunkeln ausgebeutet. Das Publikum hatte sich besonders leidenschaftlich an der Diskussion beteiligt und ein generelles Missverständnis für die Situation gezeigt. Es kam bald der Vorwurf auf, mehr Transparenz mit Hilfe eines Gesetzes durchzusetzen zu müssen. Wie sich herausgestellt hat, sei das Problem hierbei jedoch, dass man nur deutschlandweit und ansatzweise EU-weit etwas bewirken könne. Der eigentliche Brennpunkt, d.h. Produktionsländer wie Bangladesh, Indonesien, Indien, würde man so kaum erreichen.